Sozialarbeit : Leben auf der Straße: Studie über Obdach- und Wohnungslose geplant

Geschätzt 2000 bis 2500 Menschen sind in Hamburg obdachlos. /Archiv

Geschätzt 2000 bis 2500 Menschen sind in Hamburg obdachlos. /Archiv

Die Sozialbehörde erhofft sich neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Versorgungsangebote.

shz.de von
16. Januar 2018, 08:00 Uhr

Hamburg | Die Hamburger Sozialbehörde will nach rund neun Jahren eine neue Studie über Hamburgs Obdachlose in Auftrag geben. Im Gegensatz zur vergangenen Befragung sollen dieses Mal auch wohnungslose Menschen Teil der Studie werden. Vor bald einem Jahrzehnt wurden unter anderem Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Ursachen der Obdachlosigkeit abgefragt, wie ein Sprecher der Sozialbehörde bestätigte. Zuerst hatte die Zeitung „Die Welt“ berichtet.

Als obdachlos gelten laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe Menschen, die auf der Straße leben, an öffentlichen Plätzen wohnen, ohne eine Unterkunft, die sich in Verschlägen, Parks etc. aufhalten. Obdachlos sind aber auch Menschen in Notunterkünften, die keinen festen Wohnsitz haben. Als wohnungslos gelten demnach unter anderem Menschen, die in Einrichtungen wohnen, in denen die Aufenthaltsdauer begrenzt ist und in denen keine Dauerwohnplätze zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel Übergangswohnheime, Asyle und Herbergen, aber auch Übergangswohnungen.

Durch die Ergebnisse erhofft sich die Stadt neue Erkenntnisse, um entsprechende Versorgungsangebote zu verbessern. Die Kosten der Untersuchung liegen laut Senatsunterlagen voraussichtlich bei 28.000 Euro, die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. Im März soll die Studie starten, deren Ergebnisse sollen bis Juli vorgestellt werden.

Auf Hamburgs Straßen leben nach Schätzungen von Caritas und Diakonie immer mehr Obdachlose. Dabei handele es sich vermutlich um 2000 bis 2500 Menschen. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl zunehmen wird“, sagte Sozialarbeiter Johan Grasshoff Ende November. Die Sozialbehörde bestätigte damals Schätzungen, die von 2000 Obdachlosen ausgehen.

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