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Medien : Lead-Awards: Zeitverlag räumt ab

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Der Hamburger Verlag der "Zeit" schwimt auf einer Erfolgswelle: Die Auflage steigt - und bei den renommierten "Lead Awards" gibt es sechs von 20 ersten Preisen.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 09:55 Uhr

Der Zeitverlag ist der große Gewinner der 21. Lead-Awards. Mit insgesamt sechs ersten Platzierungen in zwanzig Kategorien prämierte die Jury am Freitagabend in Hamburg die Wochenzeitung «Die Zeit» und das «Zeit Magazin». Auch den Titel Zeitung des Jahres sahnte die «Zeit» ab, gefolgt von der Wochenzeitung «Der Freitag» (Silber) und dem «Handelsblatt» (Bronze). Mit den Lead-Awards werden die besten Arbeiten in Zeitungen, Magazinen, Fotografien, Web-Auftritten, Design und Werbung ausgezeichnet.

 

Zum Magazin des Jahres kürten die Juroren «Vice». «'Vice' müht sich nicht mehr mit den zusehends verstopften Vertriebskanälen wie Kiosk oder Buchhandel ab», begründete der Vorsitzende der Lead-Academy, Markus Peichl, die Auswahl. «Es kommt selber zum Leser: in Modeläden, in Clubs, in Cafés, in Kneipen.» Daneben fuhr «Vice» weitere Gold-Preise für den Beitrag des Jahres in der Kategorie Zeitschriften («The Syria Issue») sowie für die beste Mood- und Modefotografie des Jahres (Jim Mangan, «Bedu») ein. Als Newcomer-Magazin wurde die Zeitschrift «Interview» geehrt.

Mit dem neu eingeführten Preis der Akademie an das Magazin «Stern» ehrte die Jury eine etablierte Zeitschrift für einen «besonders mutigen und richtungsweisenden Umbau, das dem veränderten Mediennutzungsverhalten der Menschen entspricht», sagte Peichl. Der ebenfalls zum ersten Mal vergebene Preis für das beste Tablet-Magazin ging an das internationale Interview-Magazin «Freunde von Freunden».

Die Lead-Academy hatte rund 450 Zeitschriften, 300 Online-Angeboten, 80 Zeitungen und Werbekampagnen gesichtet. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Hamburg zeichnet seit über 20 Jahren die Besten der Zunft aus. In der Jury sitzen insgesamt etwa hundert Chefredakteure, Fotografen und Artdirektoren.

Bei einem Symposium am Nachmittag standen der Wikileaks-Gründer Julian Assange und der Mitentwickler der Anonymisierungssoftware «Tor», Jacob Appelbaum, im Mittelpunkt. Assange sprach per Video-Übertragung aus der ecuadorianischen Botschaft in London; dorthin hatte er sich vor mehr als einem Jahr auf der Flucht vor der Justiz geflüchtet. Dabei mahnte er Deutschland, sich stärker gegen die Internetüberwachung der USA einzusetzen. Die Bundesrepublik müsse die Werte, auf denen sie nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden sei, einsetzen, um Druck auf die Regierung in Washington auszuüben.

Der US-Internetaktivist Jacob Appelbaum nahm die Gefahren des Datensaugens für die Bevölkerung in den Blick: «Die Überwachung des Internets hat die Macht, Menschen zu ermorden.» So sieht Appelbaum etwa das Leben von Menschen in Afghanistan, Jemen und Pakistan durch die Internetspionage konkret gefährdet, da die Daten für Drohnen-Angriffe genutzt werden könnten.

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