Anstoss - Die HSV-Kolumne : Langer Atem anstatt kurzfristige Erfolge

Lars Zimmermann
Lars Zimmermann

Nach der WM ist vor der Liga: Autor Lars Zimmermann über den aktuellen Kader-Stand des HSV.

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20. Juli 2014, 06:00 Uhr

Mit Zoltan Stieber bisher erst einen halbwegs namhaften Neuzugang, dessen Bundesligaspiele eher darauf schließen lassen, dass er in der zweiten Liga besser aufgehoben war, dazu mit Calhanoglu der beste Mittelfeldspieler weg: Der Kader des HSV ist trotz der festen Verpflichtung von Pierre-Michel Lasogga im Vergleich zur Chaos-Spielzeit der vergangenen Saison eher noch schwächer geworden. Die sportliche Gegenwart wird also vermutlich eher trist sein. Sollte es gelingen, den Klassenerhalt früh zu sichern, wäre das mit dieser Mannschaft ein Erfolg.
Doch dank Dietmar Beiersdorfer besteht zumindest Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Beiersdorfer hat durch den Adidas-Deal gleich bewiesen, dass sein früherer Spitzname „Dukaten-Didi“ immer noch zutrifft. Und die Entlassung von Oliver Kreuzer war auf jeden Fall richtig. Dass ausgerechnet Kreuzer einen Großteil der Planungen für die kommende Saison übernehmen musste, ist allerdings unglücklich und passt hervorragend zum Bild des Chaos-Klubs, das der HSV bisher so leidenschaftlich pflegte. Diese Konstellation ließ sich aufgrund der Umstrukturierung wohl nicht vermeiden.

Die Verpflichtung von Bernhard Peters zeigt aber, dass Beiersdorfer Wert auf Konzepte und den Nachwuchs legt. Beides passte zum HSV bisher so gut wie eine Fanfreundschaft mit dem FC St. Pauli. Der neue Chef beweist damit gleich, dass er mehr Wert auf einen langen Atem als auf kurzfristige Erfolge legt. Das ist ein Signal, das Mut macht. Bleibt nur zu hoffen, dass alle den Weg mitgehen und sich der Verein nicht nach den ersten Niederlagen wieder selbst zerlegt.
 

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