Großeinsatz in Hamburg : Lange Staus nach Unfall mit Giftfässern in Hamburg

Nur in Schutzanzügen können die Einsatzkräfte sich dem Fass nähern.

Nur in Schutzanzügen können die Einsatzkräfte sich dem Fass nähern.

Beim Verladen geht auf dem Gelände eines Industriebetriebs ein Fass zu Bruch – die A225 wurde zwei Stunden lang vorsorglich gesperrt.

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12. Dezember 2017, 14:23 Uhr

Hamburg | Ein Unfall beim Verladen von Fässern mit einer hochgiftigen Chemikalie hat am Dienstag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in Hamburg geführt. Die Einsatzleitung musste nach einer Verpuffung vorsorglich die Autobahn 255 sperren, weil ein Austritt von Giftstoffen nicht ausgeschlossen werden konnte. Nach dem Verpacken der vier beschädigten 200-Liter-Fässer in sicheren Behältern konnte die wichtige Verkehrsverbindung über die Elbbrücken wieder freigegeben werden. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Die Fässer seien beim Verladen mit einem Gabelstapler auf dem Gelände eines Industriebetriebs umgestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Mitarbeiter des Betriebes hätten die Behälter zunächst wieder aufgerichtet und mit einer Plane provisorisch abgedeckt. Als die Feuerwehr eintraf, schien die Lage stabil zu sein. Doch dann habe es die Verpuffung gegeben, bei der grau-weißer Rauch aufgestiegen sei.

Offenbar habe das Aluminiumphosphid im Fass mit der Feuchtigkeit im Freien reagiert. Der dabei entstehende Phosphorwasserstoff sei hochgiftig und leicht entzündlich. Die Chemikalie werde auch zur Bekämpfung von Ratten eingesetzt. Die Einsatzkräfte durften nur mit gasdichtem Vollschutz arbeiten. Die beschädigten Fässer wurden „nach dem Matroschka-Prinzip“ in Überfässer gesetzt, wie Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger erklärte.

Anwohner seien nicht in Gefahr gewesen, auch das nahe Auswanderermuseum Ballinstadt blieb geöffnet. Die Autos stauten sich allerdings nach Polizeiangaben bis in die Innenstadt zurück. Auf der A1 und der A252/Wilhelmsburger Reichsstraße gab es ebenfalls mehrere Kilometer lange Behinderungen. Betroffen waren auch mehrere Buslinien, weil die Busse im Stau steckten, wie die Hochbahn mitteilte. Die A255 über Elbbrücken ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Hamburgs. Als Alternative für Autofahrer, die den Fluss queren wollen, bietet sich praktisch nur der Elbtunnel im Westen oder die A1 im Südosten der Stadt an.

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