Saubere Gastronomie : Kurz nach dem Start bereits vor dem Aus? Hamburger Hygienesiegel schleppend gestartet

Gastronomie-Betriebe, die bei einer amtlichen Kontrolle gut oder sehr gut abgeschnitten haben, können mit dem neuen Hygienesiegel für sich werben.

Gastronomie-Betriebe, die bei einer amtlichen Kontrolle gut oder sehr gut abgeschnitten haben, können mit dem neuen Hygienesiegel für sich werben.

Das Hygienesiegel soll zeigen, welche Restaurants, Kantinen oder Eisdielen besonders sauber arbeiten. Die Teilnahme ist freiwillig.

shz.de von
08. Juli 2018, 10:06 Uhr

Hamburg | Das Hamburger Hygienesiegel für eine saubere Gastronomie ist schleppend gestartet. Nach bisheriger Rückmeldung seien seit dem Auftakt im Mai erst 13 Betriebe ausgezeichnet worden, sagte der Sprecher der Verbraucherschutzbehörde, Rico Schmidt. 32 Anmeldungen für das Siegel gebe es insgesamt. „Man hatte mehr erhofft.“

Die Behörde sei aber guten Mutes, dass das Siegel bekannter werde und nach dem langsamen Beginn in den kommenden Wochen mehr Restaurants, Eisdielen oder Imbisse hinzukommen. Ein weiterer Grund für die noch geringe Zahl der Auszeichnungen ist laut Schmidt: Es gibt für das Siegel keine Extra-Überprüfungen, sondern die Betriebe werden erst im Rahmen der nächsten regelmäßigen Lebensmittelkontrolle unter die Lupe genommen.

Gastronomiebetriebe, die bei einer amtlichen Kontrolle gut oder sehr gut abgeschnitten haben, können mit einem Hygienesiegel für sich werben. Bei der Vorstellung des Vorhabens im April hatte die Behörde erklärt, das Siegel solle ein leicht erkennbares und eindeutiges Instrument werden. Der Aufkleber könne an Türen oder Schaufenstern hängen und Besucher so über Vorzeigebetriebe informieren. Über schwarze Schafe gibt es keine Auskunft.

Die Teilnahme der etwa 6000 Betriebe in Hamburg, die zur Gastronomie im engeren Sinne zählen, am Hygienesiegel ist freiwillig. Laut Behörde fehlt die rechtliche Möglichkeit, es verpflichtend zu machen.

Die Unternehmen können sich für das Siegel anmelden, es fallen dabei für sie keine Kosten an. Nach Angaben der Verbraucherschutzbehörde wird das Verfahren von den für die Gastronomie zuständigen Verbänden unterstützt.

Die FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Jennyfer Dutschke erklärte: „Dem Hamburger Hygienesiegel droht offenbar das gleiche Schicksal wie ähnlichen Projekten in anderen Bundesländern: Das Aus, weil sich zu wenige Gastronomiebetriebe beteiligen.“ Die regulären Hygienekontrollen, die gemäß den gesetzlichen Anforderungen und Auflagen erfolgen, reichen aus Sicht der Freidemokraten aus.

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