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Das Lied von Eis und Feuer : Kultautor George R. R. Martin in Hamburg – Kekilli als Stadtführerin

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Seine Bücher dienen als Vorlage für die Kult-Serie „Game of Thrones“. In Hamburg liest der Autor aus seinem noch unveröffentlichten Band „The Winds of Winter“.

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erstellt am 22.Jun.2015 | 07:53 Uhr

Hamburg | Seine Bücher sind Kult, die TV-Serie machte ihn zum Star: 3000 Fans sind am Sonntagabend ins Kongresszentrum in Hamburg gekommen, um Fantasy-Schriftsteller George R. R. Martin (66) zu erleben. Bei seinem einzigen Deutschlandauftritt wurde der Autor der Fantasy-Bücher „Das Lied von Eis und Feuer“, die die Vorlage für die TV-Erfolgsserie „Game of Thrones“ liefert, von den Fans mit lautem Applaus und Jubelrufen gefeiert.

Zu Beginn ließ sich Martin - im traditionellen Look mit Schirmmütze, Weste und Hosenträger - von ARD-Literaturkritiker Denis Scheck („druckfrisch“) zu Werk und Leben interviewen. So schilderte Martin, wie er als Kind in ärmlichen Verhältnissen in Bayonne, New Jersey, aufwuchs und Comics und Science-Fiction verschlang, um in andere Welten einzutauchen.

Allerdings habe sich die Zukunft, die damals beschrieben wurde, nie so eingestellt. Er sei heute in der falschen Zukunft, bekannte Martin, der angeblich noch immer auf einem uralten Rechner seine Romane schreibt. Er habe nicht die Zukunft mit Internet und Terrorismus gewollt, er habe sich die Zukunft mit einer geeinten Menschheit und Weltraumflügen erhofft. „Ich wollte die Zukunft mit den Kolonien auf dem Mars. Nehmt die Klimaerwärmung zurück, gebt mir die fliegenden Autos!“, rief Martin.

Auch der Erfolg der Fantasy-Romane zur Zeit hängt nach Ansicht Martins mit der veränderten Sicht auf die Zukunft zusammen. Früher hätten die Menschen hoffnungsvoll an eine gute Zukunft geglaubt, heute sei der Optimismus vergangen, in Science Fictions werde heute eher eine Endzeitwelt geschildert. Die Leser, die Wunder und Abenteuer suchten, würden deshalb lieber Fantasy lesen, weil dort positive Lebensentwürfe zu finden seien.

Die Frage, warum so viele Drachen in seinen Büchern vorkommen, beantwortete er knapp: „Drachen sind cool.“ Nach kurzem Nachdenken fügt er hinzu, sie seien eben Dinosaurier mit Flügel, die auch noch Feuer speien. „Das macht sie noch cooler.“

Zum Schluss der Veranstaltung im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals kam schließlich das, worauf seine Fans die ganze Zeit gehofft hatten. Aus einer braunen Ledermappe holt Martin einige Manuskriptblätter heraus und liest ein Kapitel mit dem Titel „Arianne“ aus dem noch unveröffentlichten und seit langem von den Fans herbeigesehnten sechsten Band der „Eis und Feuer“-Serie „The Winds of Winter“. Dann packt er die sorgfältig sortierten Seiten des „streng geheimen“ Manuskripts wieder in die braune Mappe zurück und verabschiedet sich von seinen Fans. Die drängendste Frage der vielen Zuhörer, wann der neue Band nun endlich erscheint, bleibt offen.

Eine Stadtführung bekam der Kultautor von Schauspielerin Sibel Kekilli. In der Fernsehserie „Game of Thrones“ spielt sie eine ehemalige Hure. Sie habe mit ihm eine Kanalfahrt gemacht und ihm den alten Elbtunnel gezeigt, der älter sei als die Tunnels in New Jersey, erzählte Martin bei einer Lesung in der Hansestadt. Auch das Miniaturwunderland besuchte der begeisterte Figurensammler.

Allerdings seien seine Figuren, die er seit Jahren sammle, etwas größer. Mit der Stadtführung revanchierte sich die Schauspielerin: Martin hatte Kekilli, die auch im Kieler „Tatort“ mitspielt, kürzlich durch seinen Wohnort Santa Fe geführt und ihr dabei auch sein Lieblingsgericht Chili Con Queso nahegebracht.

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