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Neue Statistik : Kriminalität in Hamburg wächst

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Die Hamburger Polizei verzeichnet für das vergangene Jahr 4,6 Prozent mehr Fälle als 2012. Zwar ist die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen, dafür müssen Besitzer von Smartphones in der Hansestadt wachsam sein.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 13:11 Uhr

Hamburg | Weniger Wohnungseinbrüche, aber mehr Straßenraub: Die erfasste Kriminalität in Hamburg ist im vergangenen Jahr gestiegen. Sie erhöhte sich im Vergleich zu 2012 um 4,6 Prozent auf 238.019 Fälle. Die Aufklärungsquote kletterte zwar leicht von 43,1 auf 43,7 Prozent - doch sie ist niedriger als noch 2010 mit 46,2 Prozent. „Das ist kein Ruhmesblatt“, räumte Innensenator Michael Neumann am Donnerstag bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2013 ein. Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter bezeichnete die Aufklärungsquote als „unerfreulich“. Die Fälle würde immer komplexer und beanspruchten mehr Zeit, sagte der SPD-Politiker. Nach Angaben des Landeskriminalamtes werden Ermittlungen auch dadurch erschwert, dass man es oft mit international agierenden Tätern zu tun hat.

Was steht in einer Polizeistatistik drin?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird seit 1971 bundeseinheitlich geführt und umfasst alle der Polizei bekannt gewordenen Vorgänge, die den Verdacht eines Vergehens oder Verbrechens rechtfertigen – einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche. Nicht enthalten sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik Staatsschutz- und Verkehrsdelikte.

 

Wo kam es innerhalb Hamburgs zu den meisten Straftaten?

Vor allem ist Hamburg-Mitte betroffen: Von 81.847 Fällen wurden allein in St. Pauli 20.524 (plus 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und in St. Georg 16.835 (plus 6,2 Prozent) Straftaten verübt. In Altona wurden 29.530 Fälle von der Polizei erfasst (plus 8,8 Prozent), in Eimsbüttel 21.783 (plus 6,9 Prozent) und in Hamburg-Nord 31.235 (plus 2,1 Prozent). Zurückgegangen ist die Zahl in Wandsbek (minus 2,3 Prozent auf 35.574), in Bergedorf (minus 2,3 Prozent auf 12.080) sowie in Harburg (minus 0,9 Prozent auf 16.105). 

 

Bei welchen Delikten hat die Kriminalität zugenommen?

Einen Anstieg um 6,8 Prozent gab es bei den Raubdelikten – auf mehr als 3000 Verbrechen. Das lag vor allem an einer Zunahme beim Straßenraub. Allein im Stadtteil St. Pauli wurden 87 Fälle mehr als 2012 registriert. Dabei hätten es die Täter besonders auf Smartphones abgesehen, sagte der Leiter des Landeskriminalamtes, Thomas Menzel. Die Ermittler verzeichneten zudem mehr Rauschgiftdelikte, die Zahl kletterte 2013 im Vergleich zum Vorjahr um etwa acht Prozent auf mehr als 8500 Taten.

 

In welchen Delikten hat die Kriminalität abgenommen?

Die Polizei verzeichnete weniger Wohnungseinbrüche (minus 2,4 Prozent). Bei knapp 7000 registrierten Delikten gelang es den Tätern nur in fast 4000 Fällen, überhaupt in die Wohnung einzudringen. Auch die Zahl der Autoaufbrüche reduzierte sich um fast 1000 Fälle auf rund 15.837 Taten. Gefährliche und schwere Körperverletzungen gingen um 2,8 Prozent auf rund 5400 Taten zurück. Auch wurden weniger Tötungsdelikte, Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen bekannt.

 

Wie entwickelt sich die Kriminalität im Internet?

Die Kriminalität, die über das Internet begangen wurde, ist um mehr als 33 Prozent auf 7253 Taten gestiegen – und ist somit eine große Herausforderung für die Polizei. Die CDU bezeichnete diese „explodieren Zahlen“ als besorgniserregend. Diesem Phänomen könne nur mit einer hoch spezialisierten Kriminalpolizei begegnet werden.

 

Wie sieht es mit der Kriminalität bei Jugendlichen aus?

Bei der Jugendkriminalität ist der rückläufige Trend der vergangenen Jahre laut Statistik ungebrochen. 2013 wurden 13.784 Tatverdächtige unter 21 Jahren ermittelt. Im Zehn-Jahres-Vergleich sank die Zahl um mehr als ein Viertel.

 

Worin liegt das Problem der Statistik?

Die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik erfährt dadurch eine wesentliche Einschränkung, dass der Polizei ein Teil der Straftaten verborgen bleibt. Der Umfang dieses Dunkelfeldes ist abhängig von der Art des Deliktes und unter anderem vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung und der Intensität der Verbrechensbekämpfung. Da sich die einzelnen statistikbeeinflussenden Faktoren unabhängig voneinander ändern, gibt es auch keine feststehenden Relationen zwischen statistisch erfassten und tatsächlich begangenen Straftaten in verschiedenen Zeiträumen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik bietet demzufolge kein Abbild der Verbrechenswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktart mehr oder weniger ausgeprägte Annäherung an die Realität.

 

 

 

 

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