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Ehemaliges Hamburger Theater : Kretschmer: „Rote Flora“ wird nicht an Stadt verkauft

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Bis Anfang Februar hat Klausmartin Kretschmer Zeit, seine Bauvoranfragen für die „Rote Flora“ zurückzunehmen. Aber daran denkt er gar nicht.

Hamburg | Der Eigentümer des linksautonomen Kulturzentrums „Rote Flora“, Klausmartin Kretschmer, will die am Montag auslaufende Frist zum Verkauf des alten Theaters an die Stadt verstreichen lassen. „Das Thema ist durch, wir verkaufen nicht und wollen neu bauen“, sagte sein Immobilienberater Gert Baer dem „Hamburger Abendblatt“ (Freitag). Ähnlich äußerte er sich im NDR. Baer hatte bereits Mitte Januar erklärt, Kretschmer werde sich nicht nötigen lassen und auf „solch einen Erpressungsversuch“ des Senats nicht eingehen.

Hamburgs SPD-Senat hatte Kretschmer mit einem Zwangsverkauf des alten Theaters gedroht, sollte er seine Bauvoranfragen für das Gebäude nicht bis Anfang Februar zurücknehmen. Die Stadt werde dann von ihrem Wiederkaufsrecht Gebrauch machen und dieses auch juristisch durchsetzen, kündigte Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) Mitte Januar an. Aktuell wollte er Baers Aussagen nicht kommentieren. „Die Finanzbehörde äußert sich vor Ablauf der Frist am Montag nicht“, sagte ein Sprecher.

Er ergänzte jedoch, dass es bislang keinen Kontakt zwischen Kretschmer und der Stadt gegeben habe. Auch von der angedrohten Feststellungsklage sei nichts bekannt. Baer hatte Mitte Januar angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten, sollte der Senat sein Ultimatum nicht zurücknehmen. Baer selbst war zunächst nicht zu erreichen.

Die Stadt bietet Kretschmer 1,1 Millionen Euro für den Rückkauf der von ihm 2001 zum Preis von umgerechnet rund 190.000 Euro erstandenen „Roten Flora“. Anders als Kretschmer möchte sie das ehemalige Theater erhalten und hat deshalb auch im Bebauungsplan „Sternschanze 7“ festgelegt, dass Änderungen ausgeschlossen sind, wenn die Anlage das Ortsbild, die Stadtgestalt oder das Landschaftsbild prägt oder sonst von städtebaulicher, insbesondere geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung ist.

Kretschmer dagegen möchte aus dem Gebäude ein mehrstöckiges Kulturzentrum machen und hat bereits entsprechende Bauvoranfragen gestellt. Zudem hat er den Flora-Besetzern bereits mit Räumung gedroht, was die linke Szene in Aufruhr versetzte. Aus Sicht des Verfassungsschutzes war er damit zumindest mobilisierungsfördernd für die Demonstration zum Erhalt der seit bald 25 Jahren besetzten Flora am 21. Dezember. Bei den Protesten kam es zu schweren Krawallen mit zahlreichen Verletzten.

Unterdessen trafen sich am Freitag im Rathaus Vertreter der Polizei, der Feuerwehr, der Gewerkschaften, des Sports sowie der Kirchen mit Bürgermeister Olaf Scholz und Innensenator Michael Neumann (beide SPD), um über Gewalt gegen Einsatzkräfte zu diskutieren. Bei dem rund zweistündigen Gespräch sei es ausdrücklich nicht nur um Ausschreitungen bei Demonstrationen gegangen. Auch Gewalt in Fußballstadien oder gegen ganz normale Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter sei Thema gewesen, sagte ein Senatssprecher. Das Gespräch sei ein erster Aufschlag gewesen und werde fortgesetzt.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 13:07 Uhr

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