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Hamburg : Kraftwerk Moorburg darf nicht mehr mit Elbwasser kühlen

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Aus der Elbe darf kein Wasser mehr zur Durchlaufkühlung genommen werden. Hintergrund sind geschützte Fischarten.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2017 | 17:46 Uhr

Hamburg | Das Kohlekraftwerk Moorburg darf bis auf weiteres kein Wasser mehr aus der Elbe für die Durchlaufkühlung entnehmen. Hamburgs Umweltbehörde habe die Entnahme zur Umsetzung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und in Abstimmung mit dem Bund gestoppt, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Damit dürfe das Kraftwerk ab sofort nur über eine Kreislaufkühlung per Kühlturm betrieben werden.

Die Betriebserlaubnis für das Kraftwerk ist von der Regelung nicht betroffen. Allerdings braucht der Kühlturm zwar deutlich weniger Elbwasser, doch die Stromproduktion für den Betreiber Vattenfall wird teurer.

Die bislang gültige Anordnung, wonach Vattenfall als Betreiber des Kraftwerks bis zur endgültigen rechtlichen Klärung zunächst weiterhin Elbwasser für die Durchlaufkühlung entnehmen darf, sei aufgehoben worden. Während die Durchlaufkühlung pro Sekunde 64 Kubikmeter Elbwasser benötigt, reiche zum Betrieb des Kühlturms ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Die Betriebserlaubnis für das Kraftwerk insgesamt sei nicht betroffen.

Hintergrund der Entscheidung ist ein EuGH-Urteil vom 26. April, wonach Hamburg den Bau des Kraftwerks genehmigt hat, ohne die Folgen für die Umwelt ausreichend zu prüfen. So hatten die Behörden nach Einschätzung der Richter mögliche negative Auswirkungen des Kraftwerkbaus auf Fische in der Elbe nicht ausreichend geprüft.

Geschützte Arten passieren das Kraftwerk auf ihrem Weg flussaufwärts. Oberhalb von Geesthacht befinden sich die Laichgebiete der Fische, bis zu 600 Kilometer vom Kraftwerk entfernt. Die Folgen für diese müssten auch untersucht werden.

Das umstrittene Kraftwerk Moorburg im Süden Hamburgs wurde im Jahr 2015 nach acht Jahren Bauzeit in Betrieb genommen. Seine beiden Kraftwerksblöcke haben jeweils 827 Megawatt Leistung. Vattenfall hat rund drei Milliarden Euro investiert.

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