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Besetztes Gelände : KoZe in Hamburg: Streit um 30.000 Euro für Strom - und Kündigung

vom
Aus der Onlineredaktion

Für 30.000 Euro sollen die Besetzer des KoZe in Hamburg für Strom zahlen. Die Finanzbehörde wirft sie Ende März raus.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2016 | 11:13 Uhr

Hamburg | Das besetzte KoZe im Hamburger Münzviertel hat neuen Ärger: eine horrende Stromrechnung und eine Kündigung des Mietvertrags. Bis Ende März sollen die Aktivisten die ehemalige Kita räumen. Das Kollektive Zentrum hatte eigentlich einen Mietvertrag bis November über 70 Quadratmeter in dem Gebäude. Die Hamburger Finanzbehörde kündigte den Vertrag, berichten das Hamburger Abendblatt und die Hamburger Morgenpost. Später räumt Vattenfall einen Fehler ein: Die Rechnung ist falsch.

Eine zweite Rote Flora befürchten die Hamburger Behörden schon seit geraumer Zeit auf dem ehemaligen Schulgelände. Der Investor HBK und die Finanzbehörde dulden die KoZe-Besetzer. Die SPD hatte letztens noch vorgeschlagen, das KoZe zu befrieden - so wie die Rote Flora.

Anlass für den Streit: eine Stromrechnung über 30.000 Euro. Innerhalb weniger Monate sollen auf einem Zähler auf dem Schulgelände, auf dem sich auch die besetzte Ex-Kita befindet, dieser horrende Stromverbrauch angesammelt haben. Die Finanzbehörde fordert laut Morgenpost: Die KoZe-Nutzer sollen die Rechnung zahlen. Der Mietvertrag läuft offiziell auf den Stadtteilverein Kunstlabor naher Gegenden (KuNaGe). Der Vorsitzende Künster Günter Westphal nimmt sich daraufhin laut Morgenpost einen Anwalt. Das Ergebnis: Die Finanzbehörde kündigt den Mietvertrag.

Die dringende Frage: Wer hat den ganzen Strom verbraucht? Die KoZe-Besetzer glauben laut den Medienberichten an einen Vorwand, um die Kita lange vor November zu räumen. Intern veranschlage man etwa 200 Euro monatlich für den Stromverbrauch, sagte ein Aktivist dem Abendlatt. Angesichts der Stromrechnung drohe dem KuNaGe die Insolvenz. Ende des Jahres wird das Kita-Gebäude abgerissen, um Platz für 400 neue Wohnungen zu schaffen. Die Stadt Hamburg hat das 8500 Quadratmeter große Areal mit einer früheren Schule und einer Kita an den Investor HBK verkauft. Mehr Hintergründe zum KoZe finden Sie hier.

Der Morgenpost sagte Behördensprecher Daniel Stricker: „Wenn wir jetzt kündigen, gehen wir davon aus, dass das Gebäude Ende November auch wirklich geräumt ist.“

Ein bisschen Aufklärung in die Sache bringt dann der Stromversorger. Ein Vattenfall-Sprecher sagte dem Abendblatt: „Der Zähler ist falsch abgelesen worden.“ Was das jetzt für die Kündigung und die Zukunft des KoZe bedeutet, ist offen.

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