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Bundesligaspiel HSV-Braunschweig : Kopfstoß gegen Fan – Bewährungsstrafe für Polizisten

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Bundesligaspiel zwischen dem HSV und Braunschweig im August 2013: Es kommt zu Auseinandersetzungen im Gästeblock des Stadions. Die Polizei greift ein. Ein Beamter ging nach Ansicht des Amtsgerichts Hamburg-Altona zu weit.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 17:10 Uhr

Hamburg | Wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt hat das Amtsgericht Hamburg-Altona am Montag einen Polizisten zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 32 Jahre alte Beamte einem Fußballfan mit seinem Helm einen Kopfstoß versetzt und dabei verletzt hatte.

Gegen Ende der Bundesligapartie zwischen dem HSV und Eintracht Braunschweig im August 2013 (4:0) war es im Gästeblock der Imtech-Arena zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnern gekommen. Daraufhin rückten die Polizisten in den Block. Er habe sich von dem Opfer angegriffen gefühlt, erklärte der Polizist vor Gericht. Der Mann habe trotz Aufforderung den Block nicht verlassen und an der Jacke des Beamten gezogen. Daraufhin habe er sich entschieden, ihm mit seinem Helm einen Kopfstoß zu versetzen. „Dass die Person dadurch auch verletzt wird, war mir schon bewusst“, sagte der Polizist. Der Fan fiel zu Boden und blieb kurze Zeit bewusstlos liegen.

Die Szene wurde auch von der Videoüberwachung in der Imtech-Arena aufgezeichnet und am Montag im Gericht gezeigt. Darauf sei nicht zu sehen, dass das Opfer den Polizisten „irgendwie berührt hat“, erklärte der Richter. „Sie sind über das erforderliche Maß herausgegangen.“ Es handele sich jedoch um einen minderschweren Fall. Auch der Polizist räumte vor Gericht ein: „Das Video spricht eine eindeutige Sprache. Ich muss zu dem Entschluss kommen, es hat nicht stattgefunden.“ Diese Erklärung deutete der Richter jedoch nicht als Geständnis.

Strafmildernd seien aber die Umstände, die bei Einsätzen im Fußballstadion herrschten. Zugleich machte der Richter die besondere Position des Angeklagten deutlich: Als Amtsträger sei er für solche Situationen ausgebildet. „Sie sind Polizeibeamter, sie sollen schützen.“ Für den Beamten hat die Körperverletzung auch dienstliche Konsequenzen. Er wurde bereits in eine andere Einheit versetzt.

Vor Gericht entschuldigte sich der Polizist bei seinem Opfer: „Es tut mir unendlich leid.“ Zudem bot er die Zahlung eines Schmerzensgeldes an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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