Fahrzeugüberprüfung : Kontrollgruppe „Autoposer“: 205 getunte Autos sichergestellt

Ein Polizist winkt ein getuntes Auto zur Kontrolle heraus. / Symbolbild

Ein Polizist winkt ein getuntes Auto zur Kontrolle heraus. / Symbolbild

Die Polizeieinheit hat in den letzten Monaten 1788 Autos kontrolliert. Dabei achten sie auf Geschwindigkeit und Sound.

shz.de von
08. Juni 2018, 11:56 Uhr

Hamburg | Beamte der Kontrollgruppe „Autoposer“ haben in den letzten acht Monaten 205 getunte Autos konfisziert. Dies berichtete die Morgenpost am Freitag. Dem Bericht zufolge war jedes neunte der insgesamt 1788 kontrollierten Autos illegal getunt gewesen.

Die Kontrollgruppe „Autoposer“ führt Schwerpunkteinsätze bezüglich Geschwindigkeitsüberschreitungen, unnötigem Lärm und unzulässigen technischen Veränderungen durch. Besonders stehen Fahrzeugführer im Fokus, welche durch ihr Verhalten die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigen oder gefährden.

Seit September seien die Beamten der Verkehrsdirektion auf der Suche nach frisierten Autos. Sie wurden auf technischem Gebiet speziell geschult und seien mit Geräten ausgestattet, die den Lärmpegel der Schalldämpfer messen können. In der „Poser“-Szene sei ein „kerniger“ Sound sehr beliebt.

Um den Sound eines Autos zu verändern, werden Teile der Auspuffanlage entfernt. Dies führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Die MoPo berichtet, dass in so einem Fall, bei illegalem Motortuning oder nicht eingetragener Tieferlegung, die Polizei den Wagen abschleppen lässt. Der Wagen wird dann von einem Gutachter bewertet. In Hamburg konnten die Experten den Verdacht der Kontrollgruppe „Autoposer“ in allen 205 Fällen bestätigten, dass die Autos getunt waren.

Prominenter Autoposer bei Kontrolle erwischt

Im Dezember zogen Zivilbeamte den ehemaligen Torwart von Werder Bremen aus dem Verkehr. Tim Wiese war mit seinen weißen Lamborghini LP 740 am Hamburger Ballindammam nahe des Jungfernstiegs unterwegs. Der 700 PS starken Wagen sei sehr laut gewesen. Eine Messung vor Ort habe einen Wert von 139 Dezibel ergeben – 88 sind erlaubt. Bei startenden Düsenflugzeugen und einigen Rockkonzerten werden Werte ab 120 Dezibel gemessen.

Zivilbeamte stoppten in Hamburg den Luxus-Wagen des Ex-Fußball-Profis Tim Wiese.
Marius Röer

Zivilbeamte stoppten in Hamburg den Luxus-Wagen des Ex-Fußball-Profis Tim Wiese.

Sicherheit auf den Straßen erhöhen

Die Polizei Hamburg führte in letzter Zeit vermehrt Einsätze gegen „Autoposer“ durch, um die Sicherheit auf Hamburgs Straßen zu erhöhen. Dabei ging es auch um aggressives Fahrverhalten und illegale Autorennen. Die Beamten schrieben laut Medienbericht 89 Verkehrsstrafanzeigen. Solche Delikte sollen nach dem neuen Paragrafen 315d/StGb „Verbotene Kraftfahrzeugrennen“ härter bestraft werden. Demnach können bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden, wenn es bei den Rennen Schwerverletzte oder Tote gibt.

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