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Prozess in Hamburg : Kollision mit Süderelbbrücke: Verfahren gegen Kapitän eingestellt

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Kapitän und Lotse sind an Bord, ihr Schiff rammt dennoch eine wichtige Hamburger Autobahnbrücke über die Elbe. Es entsteht ein riesiger Schaden.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2015 | 12:02 Uhr

Hamburg | Im Prozess um die Kollision eines Binnenschiffs mit der Süderelbbrücke hat das Hamburger Amtsgericht am Freitag das Verfahren gegen den Kapitän eingestellt. Der 34-Jährige aus Berlin muss aber eine Geldbuße von 2000 Euro zahlen. Gegen den mitangeklagten Elblotsen unterbrach das Gericht die Hauptverhandlung.

Da der 75-Jährige Schwierigkeiten hatte, sein Alter und andere persönliche Daten anzugeben, kamen beim Richter Zweifel an der Verhandlungsfähigkeit auf. Er ordnete ein gerichtsmedizinisches Gutachten an. Das Gericht machte deutlich, dass es den Lotsen als Hauptbeschuldigten ansieht.

Am 11. Dezember 2014 hatte das 160 Meter lange Binnenschiff die westliche Süderelbbrücke gerammt und schwer beschädigt. Anschließend fuhr der 75 Jahre alte Kapitän nach früheren Polizeiangaben weiter. Erst drei Stunden später informierte er von einer Werft in Geesthacht aus die Behörden. Nach Angaben der Stadt Hamburg entstand ein Schaden von über drei Millionen Euro an dem Bauwerk. Die Reparatur wurde erst Mitte August abgeschlossen.

Der 34 Jahre alte Schiffsführer und der 75 Jahre alte Elblotse waren wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs angeklagt. Am ersten Verhandlungstag am Mittwoch hatten sich die beiden Binnenschiffer gegenseitig beschuldigt, die Durchfahrtshöhe falsch eingeschätzt zu haben. Das Schiff hatte später abgelegt als geplant, weil der Lotse nicht zur verabredeten Zeit gekommen war. Der Wasserstand der Elbe war derweil durch die Flut gestiegen und hatte die Durchfahrtshöhe der Brücke verringert. Das Schiff schlug mit einem Bug-Mast und einem Kran gegen den Brückenunterbau.

Bei dem Aufprall hatte sich nach früheren Angaben der Verkehrsbehörde der westliche Hauptträger der Brücke verformt. Zudem seien Querträger, vertikale Versteifungen und Schweißnähte gerissen. Zwischenzeitlich war sogar über einen Abriss der Brücke nachgedacht worden. Die Reparaturen führten zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in Hamburg.

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