Misshandelter Säugling aus Hamburg : Kleine Anfrage der CDU: Warum schritt Jugendamt nicht früher ein?

Gute Nachricht: Dem in der vergangenen Woche misshandelten Jungen geht es etwas besser. Doch es gibt offene Fragen.

shz.de von
05. Mai 2015, 15:55 Uhr

Hamburg | Dem bei einer Misshandlung lebensgefährlich verletzten Säugling aus Hamburg-Finkenwerder geht es etwas besser. Die Klinik habe von einer „leichten Besserung“ gesprochen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Dienstag. Nähere Angaben konnte sie nicht machen.

Der drei Monate alte Junge war am Mittwoch vergangener Woche mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen in eine Spezialklinik gebracht worden. Der Vater hatte angegeben, durch das Geschrei des Säuglings geweckt worden zu sein und das Kind dann in den Arm genommen zu haben. Dann sei es bewusstlos geworden. Durch eine leichte Ohrfeige sollte der Säugling demnach wieder zu sich kommen.

Der 26 Jahre alte Vater sitzt wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Er habe Angaben gemacht, die der Haftrichter als Teilgeständnis gewertet habe, sagte Frombach.

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte am Montag das Bezirksamt Mitte kritisiert. Wieso sei das Jugendamt nicht sofort eingeschnitten, nachdem es über mehrere Polizeieinsätze in der elterlichen Wohnung informiert worden sei, fragte der Familienpolitiker Philipp Heißner.

Seine Fraktion stellte dazu eine Kleine Anfrage. Eine Sprecherin des Bezirksamts sagte, die Beantwortung sei in Arbeit. Zu Einzelheiten wollte sie sich aufgrund des Sozialdatenschutzes nicht äußern. Für das Baby sei eine sogenannte Inobhutnahme veranlasst worden. Ein Familiengericht müsse über das Sorgerecht entscheiden.

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