Immobilienmarktatlas 2017 : Klarer Preisanstieg: Immobilien in Hamburg werden teurer

Besonders betroffen vom Preisanstieg sind einer Studie zufolge bestehende Objekte und neue Eigentumswohnungen.

shz.de von
28. März 2017, 11:45 Uhr

Hamburg | Die Preise für Immobilien und Grundstücke in Hamburg klettern weiter. Wie die Bausparkasse LBS am Dienstag in Hamburg mitteilte, sind die Preise für Wohnraum und Grundstücke 2016 erneut gestiegen. Einziger Ausreißer sind Neubauten im Stadtgebiet: Nach einem Anstieg 2016 von 16,4 Prozent, kosten Neubauten aktuell rund 3 Prozent weniger als im Vorjahr.

<p> </p>
Foto: Screenshot Immobilienmarktatlas/LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG/F+B GmbH

> Detailliertere Informationen geben die Bodenrichtwertkarten des Digitalatlas Nord für Schleswig-Holstein und des Geoportals Hamburg.

Dies liege aber nicht an der tatsächlichen Preisentwicklung, sondern am Angebot, erklärte eine Sprecherin der Bausparkasse: „Im letzten Jahr waren viele sehr hochpreisige Immobilien auf dem Markt, diesmal sind günstigere Immobilien dabei, das verringert den Durchschnittspreis.“

Im Stadtgebiet kletterten die Preise für neue Eigentumswohnungen im Jahresverlauf um rund 13 Prozent. Bestehende Häuser und Bestandswohnungen kosten jeweils rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

In der Hansestadt setzt sich somit der Trend der vergangenen Jahre fort: Eine hohe Nachfrage bei gleichzeitig niedrigem Leerstand treibt die Preise. So kosten Häuser durchschnittlich knapp 30 Prozent mehr als 2012, Eigentumswohnungen knapp 50 Prozent mehr.

In Randlagen, insbesondere außerhalb des Hamburger Stadtgebiets, wohnt es sich weiterhin günstiger als in Zentrumsnähe: Eine Eigentumswohnung von 80 Quadratmetern kostet im Umland durchschnittlich nicht einmal halb so viel (rund 160 000 Euro) wie eine in begehrter Zentrumslage (rund 320.000 Euro) - die Bandbreite reicht dabei von Quadratmeterpreisen von rund 2000 Euro in Randlagen bis zu durchschnittlich 8719 Euro im Stadtteil Rotherbaum.

Das hat auch Folgen für die Stadtentwicklung. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) geht davon aus, dass vor allem Familien wegen hoher Preise in Stadtzentren vermehrt den Weg ins erschwinglichere Umland von Metropolen suchen.

Dass auf dem Hamburger Immobilienmarkt viel Bewegung herrscht, zeigt sich auch in vergleichsweise günstigen Randlagen. So kosten bestehende Eigentumswohnungen laut LBS im südlichen Stadtteil Wilhelmsburg heute 155 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen