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Umzug mit Verzögerungen : Keine Flüchtlinge mehr in den Hamburger Messehallen

vom
Aus der Onlineredaktion

400 Flüchtlinge kommen derzeit täglich in Hamburg an. Ihre Verteilung stellt die Behörden vor große Herausforderungen. Dass nicht immer alles reibungslos abläuft, zeigt sich bei der Räumung einer zentralen Anlaufstelle.

Hamburg | Die zentrale Flüchtlingsunterkunft in den Hamburger Messehallen ist geräumt worden. Rund 850 Menschen seien in der Nacht zu Samstag auf andere Unterkünfte verteilt worden, bestätigte eine Sprecherin des städtischen Betreibers Fördern und Wohnen. Der Großteil sei mit Bussen in einen leerstehenden Baumarkt im Stadtteil Bergedorf gebracht worden. Wegen Problemen bei der Organisation etwa von Betten habe sich der für Freitagnachmittag geplante Umzug bis „tief in die Nacht“ verzögert, sagte sie. „Wir bedauern, dass es so gelaufen ist.“ Die Macher der Initiative „Refugees welcome - Karoviertel“ schrieben bei Facebook, sie seien „sprachlos angesichts der chaotischen Räumung der Messehallen und der Zustände im Bergedorfer Baumarkt“. Es habe dort keinen Sichtschutz gegeben, die Luft in der Halle sei sehr schlecht gewesen. Zudem habe es Probleme bei der Gepäck-Zuweisung gegeben. Bis zu 50 Flüchtlinge hätten sich angesichts der Situation in der Halle geweigert hineinzugehen und entschieden, „draußen auf dem Gehweg in der Kälte zu übernachten“.

Die Sprecherin von Fördern und Wohnen räumte ein, die Organisation habe nicht ideal funktioniert. So standen demnach zunächst nicht genügend Betten zur Verfügung. „Das hat für Unmut gesorgt“, sagte sie. Es habe Proteste in Bergedorf gegeben.

Ein Sprecher der Innenbehörde wies darauf hin, der Messegesellschaft sei zugesagt worden, die Flüchtlinge bis Ende September auf andere Standorte zu verteilen. „Man versucht das so geordnet wie möglich zu machen“, sagte er. Die Frage der Unterbringung sei angesichts von täglich 400 neu ankommenden Flüchtlingen eine logistische Herausforderung.

Seit Anfang August hatte die Halle B6 als Unterkunft für bis zu 1200 Menschen gedient. Dort findet Ende Oktober die Messe „Hanseboot“ statt. Die Kleiderkammer für Flüchtlinge kann hingegen noch länger in den Messehallen bleiben.

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erstellt am 26.Sep.2015 | 11:02 Uhr

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