Hamburg : Kein Platz mehr frei: Frauenhäuser am Limit

Im vergangenen Jahr haben 532 Frauen und 516 Kinder in der Notaufnahme der Hamburger Frauenhäuser Zuflucht gefunden.

Im vergangenen Jahr haben 532 Frauen und 516 Kinder in der Notaufnahme der Hamburger Frauenhäuser Zuflucht gefunden.

Eigentlich sollen Frauen in den Einrichtungen Schutz finden, doch immer häufiger werden sie abgewiesen. Es fehlt an Plätzen.

shz.de von
21. Juli 2018, 12:18 Uhr

Hamburg | Immer mehr Frauen suchen Schutz vor häuslicher Gewalt in einem der Hamburger Frauenhäuser. „Die Frauenhäuser in Hamburg und in Schleswig-Holstein, mit denen wir eine enge Kooperation haben, sind alle belegt“, sagte eine Mitarbeiterin der Zentralen Notaufnahme der Frauenhäuser in Hamburg. Auch die Notaufnahme, die 15 Plätze für Frauen bietet, sei ausgelastet. „Im Prinzip fehlt in Hamburg ein Frauenhaus, wenn nicht sogar zwei“, meinte die Sozialarbeiterin. 2017 haben 532 Frauen und 516 Kinder in der Notaufnahme der Hamburger Frauenhäuser Zuflucht gefunden.

Notfallbetten und Ausweichen auf Frauenhäuser in anderen Bundesländern

Insgesamt gibt es in Hamburg 207 Plätze für Frauen und ihre Kinder, die Schutz vor Gewalt ihrer Partner oder durch andere Personen suchen. Seit August 2016 gibt es außerdem die Notaufnahme in Hamburg, die die Frauen auf die insgesamt fünf Frauenhäuser in der Hansestadt verteilt. „Im ersten Halbjahr 2018 konnten 270 Frauen, die sich an die Notaufnahme wendeten oder in dieser Zuflucht fanden, aufgrund von Platzmangel keinen Schutz in einem Frauenhaus finden“, sagte die Mitarbeiterin, die aus Sicherheitsgründen ihren Namen nicht veröffentlichen möchte.

Angespannter Wohnungsmarkt – Frauen bleiben länger in Unterkunft

Sollten mehr Frauen um Schutz bitten, als Plätze vorhanden sind, würden auch Notbettenlager aufgeschlagen. In manchen Fällen müssten Frauen auch an Frauenhäuser in anderen Bundesländern verwiesen werden.

Weil die Wohnungsmarktsituation in Hamburg so angespannt sei, blieben die Frauen auch immer länger in den Frauenhäusern. „Das Wichtigste für die Frauen und ihre Kinder ist bezahlbarer Wohnraum, damit sie möglichst bald in einer eigenen Wohnung leben können“, sagte die Mitarbeiterin.

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