500 Euro Belohnung ausgesetzt : Katze völlig verwahrlost: Hamburger Tierschutzverein stellt Strafanzeige

Lilo wurde unter Narkose von ihrem quälenden Fellballast befreit.

Lilo wurde unter Narkose von ihrem quälenden Fellballast befreit.

Das Fell voller Filzklumpen, das Tier abgemagert. Der Tierschutzverein geht davon aus, dass das Tier ausgesetzt wurde.

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14. Januar 2021, 14:57 Uhr

Hamburg | Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 (HTV) bittet die Hamburger um Mithilfe bei der Aufklärung in einem Fall von Tierverwahrverlosung: Am 31.Dezember 2020 (Donnerstag) wurde eine etwa 15 Jahre alte weibliche Katze allein in Hamburg aufgefunden. Ihr Fell war mit Filzklumpen übersät und das Tier massiv abgemagert, wie die Tierschützer mitteilen. Der HTV hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und für Hinweise, die zur Ermittlung der Halterin oder des Halters führen, eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.

Laut der Finderin wurde die Katze am späten Abend in der Legienstraße in Hamburg-Horn, nahe der dortigen U-Bahn-Station, unter einem Busch entdeckt. Am dem Tag herrschten Temperaturen von höchstens fünf Grad.

Inzwischen geht es Lilo besser.
HTV

Inzwischen geht es Lilo besser.

 

„Als wir das Tier aufnahmen, war es innerlich sehr ausgetrocknet, sichtlich abgemagert, litt an Durchfall und hatte tellerhandgroße Filzklumpen am Fell. Dieses war hochgradig mit Kot verklebt“, erläutert die tierärztliche Leitung des HTV, Urte Inkmann. „In diesem schlechten Gesundheitszustand hätte die Katze die nächsten Tage allein vermutlich nicht überlebt.“

Die lebensbedrohliche Lage und das stark verfilzte Fell legen laut HTV die Vermutung nahe, dass die Katze bereits seit mehreren Wochen bis Monaten massiv vernachlässigt und unterversorgt gewesen sein muss.

Die Katze wurde in der tierheimeigenen Praxis des HTV unter Narkose von ihrem quälenden Fellballast befreit – ihr Schwanz war so verfilzt, dass sie ihn nur noch hinter sich herziehen konnte – und erhielt Infusionen.

Bei dem Tier handelt es sich um eine braun-schwarz-getigerte Langhaarkatze mit weißen Abzeichen, die nicht gechippt ist.

Wer kann Hinweise geben?

Der schlechte Zustand des Tieres, das Fehlen eines Mikrochips sowie die Umstände, unter denen sie gefunden worden ist, legen nach Ansicht des Tierschutzvereins den Verdacht nahe, dass das Tier ausgesetzt wurde. Aufgrund des dramatischen Gesundheitszustandes zum Zeitpunkt des Auffindens liege ein besonders schwerer Fall von Aussetzung vor.

Wer Hinweise geben kann, wendet sich bitte an die Tierschutzberatung des HTV: telefonisch unter der (040) 211106-25, montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr, oder per E-Mail an tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de.

Das Aussetzen eines Tieres stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Im Einzelfall, wenn der Tod oder schwere Verletzungen des Tieres durch die Umstände der Aussetzung billigend in Kauf genommen werden oder das Tier durch die Aussetzung und deren Folgen sogar zu Tode kommt, handelt es sich um eine Straftat. Diese kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

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