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Flüchtlinge in Hamburg : Kälte, Regen, undichte Flüchtlingszelte: Feuerwehreinsatz in Hamburg

vom

60 Feuerwehrleute spannen Folie über die Zeltdächer in der Notunterkunft im Jenfelder Moorpark. Sind sie sturmfest?

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2015 | 16:11 Uhr

Hamburg | Nach anhaltenden Regen haben Feuerwehrleute 56 Zelte in einer Hamburger Notunterkunft für Flüchtlinge im Jenfelder Moorpark wieder wetterfest gemacht. Die Zelte seien undicht gewesen und es habe reingeregnet, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Über mehrere Stunden waren rund sechzig Feuerwehrleute im Einsatz und spannten eine spezielle Folie über die Zeltdächer, um diese vor starker Witterung zu schützen.

Am Vortag hieß es, die Lage in Hamburgs Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge drohe angesichts des Wetters und anderer Umstände außer Kontrolle zu geraten. Laut einem internen Lagepapier der Polizei, das dem „Hamburger Abendblatt“ vorliegt, ist die Situation etwa im Flüchtlingscamp an der Schnackenburgallee „kurz vor dem Kippen“. Wegen der Kälte sei die Stimmung der 3300 Bewohner inzwischen „hochgradig explosiv“. Bürgermeister Olaf Scholz sagte, alle Zelte in Hamburg seien beheizbar.

Die Folie war den Helfern vom Technischen Hilfswerk empfohlen worden. „Inwieweit die neuen Abdeckungen auch einem starken Sturm standhalten können, wird sich zeigen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zur Zeit leben 739 Flüchtlinge in der Notunterkunft.

Etwa 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Etwa 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Foto: dpa
 

Bei einem weiteren Einsatz wurden Sandsäcke zu Zelten am Hamburger Hauptbahnhof gebracht, die ankommenden Flüchtlingen als vorübergehende Auffangstation dienen sollen. In diesen Zelten sei kein richtiger Boden ausgelegt, wodurch das Wasser bei starkem Regenfall leicht reinlaufen könne, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstagmorgen mit. Weitere wetterbedingte Einsätze seien zur Zeit jedoch nicht geplant.

Die CDU in der Hansestadt hat unterdessen gefordert, Flüchtlinge nicht mehr in Zelten unterzubringen. CDU-Oppositionsführer André Trepoll sagte auf NDR Info, die Zustände in den Notunterkünften seien angesichts der kalten Temperaturen dramatisch. Zur Not sollten die Asylsuchenden im Winter auch in Hotels untergebracht werden. Trepoll kritisierte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Dieser habe das Thema Flüchtlinge nicht zur Chefsache gemacht. Trepoll sagte, die Stadt müsse endlich in den Krisenmodus gehen.

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