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Hamburger Ballett : John Neumeier verlängert bis 2019

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Seit 40 Jahren leitet John Neumeier das Hamburg Ballett. Jetzt wurde der Vertrag des gebürtigen Amerikaners um weitere vier Jahre verlängert. Und sein Erbe für Hamburg gesichert.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 15:33 Uhr

Hamburg | Ballett-Intendant John Neumeier (71) hat seinen Vertrag in Hamburg bis 2019 verlängert und der renommierten Compagnie zugleich einen Weg über seine Amtszeit hinaus gewiesen. Ab 2015 soll der gebürtige Amerikaner Lloyd Riggins (44), langjähriger Erster Solist der Compagnie und Ballettmeister, ihm als stellvertretender Ballett-Direktor zur Seite stehen. „Für mich ist es wichtig, einen Weg zu zeigen, wie es mit dem Hamburg Ballett nach 2019 weitergehen soll“, sagte Neumeier.

Der gebürtige Amerikaner, der in diesem Jahr seine 40-jährige Zusammenarbeit mit der Compagnie feierte, setzte am Dienstag im Hamburger Rathaus seine Unterschrift unter die Vertragsverlängerung.

„Ich freue mich, meine Arbeit in Hamburg fortzusetzen. Nach ernsten und präzisen Verhandlungen sind wir, glaube ich, zu einem guten Ergebnis gekommen. Die Verlängerung von vier Jahren soll auch dazu dienen, mein Werk und die Tradition, die wir in 40 Jahren aufgebaut haben, für das Hamburg Ballett nach meiner Amtszeit zu sichern“, sagte Neumeier, der auch Ehrenbürger der Hansestadt ist.

Lloyd Riggins, der seit 1995 beim Hamburg Ballett ist, habe sein Vertrauen und das des Ensembles und könne möglicherweise - wenn er dazu aufgefordert wird - die Compagnie weiter leiten. „Er ist nicht nur als Darsteller jemand, der absolut mein Konzept eines Balletttheaters darstellt, sondern er kann dieses Konzept auch als Leiter weitergeben“, sagte Neumeier. Über die endgültige Ernennung eines Nachfolgers entscheiden der Aufsichtsrat der Hamburgischen Staatsoper und eine Senatskommission.

„John Neumeier hat mit dem Hamburg Ballett und seiner Leidenschaft für den Tanz beispiellose Erfolge gefeiert. Wir sind froh, diese Erfolgsgeschichte fortschreiben zu können und auch für die Zukunft zu sichern“, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos).

Neumeier habe mit seiner Compagnie Hamburg zu einer der weltweit bedeutendsten Tanzstädte gemacht. „Diesen Schatz wollen wir mit John Neumeier gemeinsam für die Zukunft bewahren und ausbauen.“ In dem Vertrag wurde zudem vereinbart, die Zukunft des Bundesjugendballetts zusammen mit dem Bund zu sichern und sich gemeinsam für eine dauerhafte Erhaltung der Sammlung und Stiftung John Neumeier, einer der größten privaten Ballettsammlungen der Welt, einzusetzen.

John Neumeier hat in der Ballettwelt alles erreicht, was ein Choreograph erreichen kann: Nach einem Engagement bei John Cranko in Stuttgart wurde er mit 27 Jahren in Stuttgart der jüngste Ballett-Direktor Deutschlands, heute mit 71 Jahren ist er der dienstälteste Ballettchef der Welt. Seine mehr als 140 Choreographien sind längst Klassiker und werden von Compagnien weltweit getanzt.

Dazu zählen Neuinterpretationen von „Romeo und Julia“ oder „Illusionen - wie Schwanensee“, Biografien und Literaturvorlagen wie „Nijinsky“ oder „Tod in Venedig“ sowie Werke von Gustav Mahler oder Bachs „Matthäus-Passion“. Nach zahlreichen Auszeichnungen erhielt Neumeier in diesem Jahr den „Benois de la danse“, den „Ballett-Oscar“ für sein Lebenswerk.

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