HSV-Kommentar : Jetzt hilft nur noch ganz viel Glück

Lars Zimmermann.
Lars Zimmermann.

Es spricht nicht viel für den Klassenerhalt des HSV, meint Kolumnist Lars Zimmermann.

shz.de von
31. Mai 2015, 12:00 Uhr

Hamburg | Wenn der HSV noch einmal so spielt wie am vergangenen Donnerstag, war’s das mit der Ersten Liga. Die Leistung im ersten Relegationsspiel reicht für die Bundesliga nicht aus. Die Hamburger hatten Glück, dass sie zumindest den Ausgleich schafften.

Glück, dass sie morgen wieder brauchen. Denn auf die Qualität dieser Mannschaft mag sich vermutlich niemand mehr verlassen. Im Hinspiel gegen den KSC offenbarten sich die Defizite, die sich durch die gesamte Saison ziehen.

Ungenaue Pässe, zu langsamer Spielaufbau, keine Kreativität – das Bild, das die Rothosen abgaben, war über weite Strecken erschreckend. Vor allem das eklatante Tempodefizit war nicht zu übersehen. Gerade im zentralen Mittelfeld waren Kacar und Diaz fast immer einen Schritt zu spät. Dass Lasogga und Olic auf dem Zahnfleisch kriechen, war ebenfalls nicht zu übersehen. Immerhin stimmt der Kampfgeist. Aber das sollte eigentlich auch das Mindeste sein, was von einem Profifußballer zu erwarten ist. Traurig genug, dass beim HSV vor dem Amtsantritt von Bruno Labbadia selbst die Einstellung nicht stimmte.

Sorgen bereitet auch die Tatsache, dass der Trend in den vergangenen Wochen nach dem kurzen Zwischenhoch mit zwei Siegen wieder nach unten zeigte. Gegen Freiburg, Stuttgart und Karlsruhe schien das Team dem Druck nicht gewachsen zu sein. Lediglich gegen Schalke stimmte es halbwegs. Wobei man ganz ehrlich sagen muss: Diese Schalker hätten vermutlich sogar gegen ihre eigene A-Jugend verloren.

Es spricht also ziemlich viel für den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte. Bleibt eigentlich nur noch eins: Daumen drücken, dass es der HSV trotzdem irgendwie schafft.Unabhängig von der Ligazugehörigkeit ist eins bereits klar: Die jetzige Mannschaft ist den treuen Anhängern nicht mehr zuzumuten.

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