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„Hamburg Motor Classics“ : Jetzt hat auch Hamburg eine Oldtimermesse

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Aus der Onlineredaktion

Erstmals startet am Freitag an der Elbe die „Hamburg Motor Classics“. Glänzenden Karossen auf mehr als 20.000 Quadratmeter.

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erstellt am 12.Okt.2017 | 18:37 Uhr

Hamburg | Die Oldtimer entern die Hansestadt. Und geht es nach dem Willen der Veranstalter der ersten Hamburg Motor Classics, dann kommen die Bewunderer und Fans der nostalgischen Karossen zu Tausenden gleich mit in die Messehallen am Telemichel. Von Freitagmittag an bis Sonntagabend funkeln die polierten Klassiker im grellen Licht der Scheinwerfer in drei Messehallen auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt 20.494 Quadratmetern.

Zur Premierenveranstaltung haben sich 170 nationale und internationale Aussteller angekündigt. Angekommen sind davon am späten Donnerstagnachmittag aber längst noch nicht alle. Bis zum letzten Moment, wenn heute um 12.30 Uhr das obligatorische Band am Einlass durchschnitten wird, muss Fahrzeug für Fahrzeug auf den Ausstellungsflächen platziert und poliert werden, um den Besuchern präsentiert werden zu können.

Für die veranstaltende Hamburg Messe und Congress GmbH dürften es drei aufregende Tage werden. Ist doch der Messestandort Hamburg, zumindest im Hinblick auf Publikums-Veranstaltungen, in letzter Zeit ein wenig ins Wanken geraten. So musste erst vor wenigen Tagen das Aus für die traditionsreiche Publikumsmesse Hanseboot verkündet werden. Ein herber Schlag für die Hansestadt an der Elbe, die schließlich nur allzugern mit ihrer Maritimität wirbt. Boote jedenfalls werden in Zukunft nicht mehr in den Hallen zwischen Dammtor und Sternschanze zu sehen sein.

 

Mit der Oldtimer-Messe will man jetzt, so scheint es, auf den Retro-Zug aufspringen. Denn Messen rund um das Thema Oldtimer boomen. Die Techno Classica in Essen, die Classic Motorshow in Bremen oder, eben erst am vergangenen Wochenende, die Motorworld Classics Berlin. Schon seit Jahren sprießen die Veranstaltungen überall in der Republik aus dem Boden. Jetzt dann auch in Hamburg.

Die Programmpunkte der Motor Classics bieten den Besuchern eine breite Spanne an Infos und Events. Bastler finden einen Teile- und Zubehörmarkt, es gibt eine Verkaufsfläche für komplette Fahrzeuge und natürlich, und das ist auch interessant für alle Nicht-Branchenkenner, gibt es jede Menge hochpolierte Boliden und Raritäten auf den Messeständen zu bestaunen. Vom mehr als fünf Meter langen Rolls Royce Phantom 1 aus dem Jahr 1930, bis zum schrulligen Fiat 500 − die Bandbreite ist groß.

Außerdem, und da punktet Hamburg mit der Region rund um die Hansestadt, gibt es mit dem „Träume Wagen Cup“, eine Rallye durch die Stadt und das Alte Land bis Jork und Stade. Bis Sonntag, 18 Uhr, läuft das Programm in den Messehallen.

Wenig kreativ - ein Kommentar von Soenke Schierer

Eine neue Publikumsmesse in Hamburg. Hoffnung für den Messe-Standort in Zeiten, in denen grad erst das Aus der Hanseboot, früher ein Besuchermagnet, verkündet wurde. Und das neue Event könnte funktionieren. Klassik-Messen sind schließlich seit Jahren beliebt. Macher etablierter Events wie der Techno Classica Essen oder der Bremen Classic Motorshow können ein Lied davon singen. An die Weser strömten zum Beispiel an den drei Tagen der vergangenen Messe laut Veranstalter über 45.000 Besucher. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die Hamburger aktiv werden − ist doch die Taktik, etablierte Konzepte zu übernehmen oder Erfolgsevents gleich ganz aufzukaufen, so wenig kreativ wie neu.

Während es bei der Industriemesse Wind-Energy klappte, die nach jahrelangem Ringen mit der Husum Wind im Jahr 2014 schließlich doch nach Hamburg kam, war der Kauf und die Integration der − bezogen auf Ticketzahlen erfolgreichen − Boatfit in die Hanseboot ein Flop. Hatte man sich doch Rückenwind für die schon lange kränkelnde Hanseboot erhofft. Wie sich gezeigt hat ohne Erfolg.
Für die Hamburg Motor Classics bleibt schlicht abzuwarten, ob der Oldtimer-Markt jetzt, Jahre nach Beginn des Trends noch eine weitere Messe dieser Art braucht.

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