Digitalisierung : IT-Ausstattung: Hamburger Schulen liegen über dem Bundesschnitt

In der Grundschule in Dolgesheim werden Tablet-Computer im Unterricht eingesetzt. Die Schüler werden dabei ans Programmieren herangeführt. /dpa
In einer Grundschule werden Tablet-Computer im Unterricht eingesetzt. Die Schüler werden dabei ans Programmieren herangeführt.

Seit 2014 sei die Zahl der WLAN-Zugangspunkte an den Schulen um knapp 70 Prozent auf nun 1759 gestiegen.

shz.de von
03. September 2018, 18:31 Uhr

Hamburg | An Hamburgs Schulen müssen sich rein rechnerisch 5,4 Schüler einen Computer teilen. Damit sei die IT-Ausstattung in der Hansestadt mehr als doppelt so gut wie im Bundesdurchschnitt (11,5), teilte die Schulbehörde am Montag mit. Insgesamt stünden den Schülern an den 338 Hamburger Grund-, Sonder- und Stadtteilschulen sowie den Gymnasien etwa 30.000 Computer zur Verfügung. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler auf die digitalisierte Wirklichkeit in Beruf, Studium und Freizeit besser vorbereiten“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Besonders erfreulich sei, dass Hamburg schon vor dem Start des geplanten Digitalpaktes von Bund und Ländern beim Ausbau der Infrastruktur vorangekommen sei. „Unser Ziel ist es, dass in jedem Schulfach digitale Medien wie Tablets, Computer oder Smartphones genauso selbstverständlich genutzt werden wie Arbeitsheft und Schulbuch.“ Aus dem Digitalpakt erhofft sich die Hansestadt ab dem kommenden Jahr bis 2023 Bundesmittel in Höhe von jährlich 25 Millionen Euro zum Ausbau der IT-Struktur an den Schulen.

Seit 2014 sei die Zahl der WLAN-Zugangspunkte an den Schulen um knapp 70 Prozent auf nun 1759 gestiegen. Die Behörde will künftig in jedem Unterrichtsraum WLAN ermöglichen und die digitale Technik mit sogenannten Whiteboards als Ersatz für die herkömmlichen Tafeln weiter ausbauen. Zudem sollen webbasierte Lernprogramme verstärkt zum Einsatz kommen. Schon ab kommender Woche könnten die weiterführenden Schulen die Programme „Bettermarks“ und „kapiert.de“ für den Matheunterricht einsetzen, teilte die Behörde mit.

Die FDP in der Bürgerschaft kritisierte, dass digitale Bildung mehr bedeute als Rechner und Internetanschluss. „Sie verlangt vielmehr die Schaffung eines Grundverständnisses für die technischen Grundlagen und die Befähigung, digitale Möglichkeiten selbst produktiv nutzen zu können“, sagte Fraktionschefin und bildungspolitische Sprecherin Anna von Treuenfels-Frowein. „Dafür muss digitale Kompetenz endlich als Fokusthema in die Lehrerausbildung aufgenommen und in den Bildungsplänen der Schulen verankert werden.“

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