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Protest gegen G20-Gipfel? : Interaktive Karte: Auch Mittwochnacht brennt wieder ein Auto in Hamburg

vom
Aus der Onlineredaktion

Innerhalb eines Monats haben 19 Autos gebrannt. Teilweise haben sich G20-Gegner zu den Taten bekannt.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2017 | 18:29 Uhr

Hamburg | Hamburg kommt nicht zur Ruhe: Immer wieder brennen in der Hansestadt Autos – oft gleich mehrere auf einmal. Zuletzt brannte ein Auto in der Nacht zu Mittwoch in Hamburg-Eppendorf. Die Ursache ist bislang unklar. Anwohner hatten einen Knall gehört, Rauch gesehen und daraufhin die Feuerwehr alarmiert, wie ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen mitteilte. Verletzt wurde niemand. Das Auto jedoch brannte vollständig aus.

Zuvor sind in der Nacht von Montag auf Dienstag innerhalb weniger Stunden sechs Autos zu Schaden gekommen, seit dem 17. März gab es insgesamt sieben Vorfälle, bei denen 19 Autos zerstört wurden. Zu drei von sieben Taten haben sich G20-Gegner offiziell bekannt. Ob auch bei den weiteren Bränden ein Zusammenhang mit dem G20-Protest besteht, ist noch nicht endgültig geklärt.

Während des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli 2017 befindet sich Hamburg im Ausnahmezustand. Es wird erwartet, dass Tausende gewaltbereite Demonstranten aus der linken Szene in die Hansestadt kommen. Die Hamburger Polizei rechnet auch schon weit vor dem Gipfel mit massiven Protesten.

Die Karte zeigt die Brände im Überblick:

dunkelrot=mit Bekennerschreiben der G20-Gegner, rot=Hintergrund noch unklar

Rund um G20 planen Gipfelgegner zahlreiche Aktionen, darunter auch eine Großdemonstration mit bis zu 100.000 Teilnehmern. Ob diese tatsächlich stattfinden kann, ist noch unklar. Denn es gibt Streit über eine von der Polizei geplante Sicherheitszone in der Innenstadt, in der Demonstrationen verboten werden sollen. Außerdem planen Linksaktivisten, den Hafen lahm zu legen. Timon Simons, ein Sprecher der „Social Strike Aktion“ sagte: „Die Logistik ist heute eine der Schwachstellen des globalen Kapitalismus, die Halsschlagader des Kapitals. [...] Wir wollen im Hafen daher die logistischen Transportketten unterbrechen – symbolisch und mit massenhaftem zivilem Ungehorsam.“ Außerdem plant die „NoG20-Klimaaktion“ unter dem Motto „Unplug G20“ den Hafen zu blockieren.

 

Bei dem Treffen von 19 Staats- und Regierungschefs sowie Vertretern der Europäischen Union am 7. und 8. Juli werden unter anderen US-Präsident Donald Trump, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin erwartet. Für die Sicherheit der Staatsgäste sollen mehr als 15.000 Polizisten sorgen. „Man lädt sich Leute wie Trump, Putin, Erdogan ein und dann will man den Protest verhindern“, sagte Emily Laquer vom Organisationskomitee der G20-Gegner. Das funktioniere aber nur, wenn entweder der Gipfel abgesagt oder Leute wie Trump, Putin und Erdogan ausgeladen werden. „Wir haben das Recht, in der Nähe des Gipfels zu demonstrieren und das werden wir - wenn nötig - auch vor Gericht durchsetzen.“

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