Qualität der Kurse verbessern : Integration: Hamburger FDP fordert bessere Sprachkurse für Flüchtlinge

235 Flüchtlinge absolvierten Sprachkurse im Rahmen des Landesprogramms.

In diesem Jahr absolvierten 235 Flüchtlinge Sprachkurse im Rahmen des Landesprogramms.

Für Integrationsexpertin Christel Nicolaysen, ist das Beherrschen der Sprache unabdingbar für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

shz.de von
10. November 2018, 13:20 Uhr

Hamburg | Die FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert eine Verbesserung der Sprachkurse für Flüchtlinge. Rund ein Drittel der Teilnehmer am Landesprogramm „Deutschkurse für Flüchtlinge“ schließe den Kurs mit einer Sprachzertifizierung ab, sagte die integrationspolitische Sprecherin der Fraktion, Christel Nicolaysen. „Diese Zahl gilt es zu steigern, und das gelingt nur durch eine fortlaufende Verbesserung der Qualität der Kurse.“ Für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Stadt sei es elementar, die deutsche Sprache zu beherrschen.

Hamburg bietet Flüchtlingen mit ungesichertem Aufenthalt, die nicht aus einem sicheren Herkunftsland stammen und keinen Anspruch auf Teilnahme an Integrationskursen des Bundes haben, die Möglichkeit, in 300 Unterrichtsstunden Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben. Flüchtlinge, die auch am W.I.R-Programm zur Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder Studium teilnehmen, können 600 Stunden erhalten. Dazu kauft die Stadt modular Plätze im Sprachkursangebot des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Laut Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage Nicolaysens absolvierten in diesem Jahr 235 Flüchtlinge Sprachkurse im Rahmen des Landesprogramms. 98 erhielten 300 Unterrichtsstunden, 33 bekamen 600 Stunden Deutschunterricht. Die übrigen hatten weniger als 300 Stunden. 66 Flüchtlinge schlossen die Kurse mit der Zertifizierung „Deutsch Test für Zuwanderer“ ab.

Das Bundesinnenministerium lässt die Qualität der Sprachkurse derzeit untersuchen. Die Studie, deren Ergebnisse erst Ende 2020 vorliegen sollen, „brauchen wir hierfür nicht abwarten“, sagte Nicolaysen.

Stattdessen müsse das Flüchtlingszentrum Hamburg, das über die Platzvergabe entscheide, die Kursteilnehmer eigenständig während oder nach dem BAMF-Sprachkurs befragen und gegebenenfalls entsprechende Schritte einleiten. „Wenn Hamburg für eine BAMF-Dienstleistung zahlt, kann auch Qualität gefordert werden“, meinte Nicolaysen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen