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Esso-Häuser : Initiative fordert Mitspracherecht der Bevölkerung

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Die Esso-Häuser werden bereits abgerissen. Was danach auf dem Gelände an der Reeperbahn entstehen soll, ist weiter ungewiss. Die Initiative Esso-Häuser verlangt nun eine „echte Bürgerbeteiligung“.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 15:14 Uhr

Hamburg | Die Esso-Häuser-Initiative hat für die geplante Bebauung des Areals am Spielbudenplatz in Hamburg-St.Pauli ein klares Mitspracherecht der Bevölkerung verlangt. „Die Situation ist dramatisch“, sagte Sprecher Christoph Schäfer am Donnerstag. Das gelte sowohl für die inzwischen ausquartierten ehemaligen Mieter als auch für die Kiez-Bevölkerung, deren Vertrauen in die Stadtplanung auf null gesunken sei. „Nur wenn es klappt, Beteiligung und Mitsprache durch alle Leistungsphasen des Projekts hindurch zu gewährleisten, können die Anrainer Vertrauen in die Stadtplanung gewinnen“, betonte Schäfer. Besonders wichtig sei dabei, dass die Beteiligung vor Beginn des städtebaulichen Wettbewerbs starte.

Die Esso-Häuser waren Mitte Dezember wegen wackelnder Wände zwangsgeräumt worden. Die Bayerische Hausbau will auf dem Gelände neue Wohnungen und Gewerberäume errichten. Streit zwischen dem Unternehmen und der Stadt gibt es derzeit um die Zahl der Sozialwohnungen. Während die Stadt 50 Prozent verlangt, will die Bayerische Hausbau maximal 30 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen errichten. Zuletzt hatte das Unternehmen gedroht, das Gelände brach liegen zu lassen, sollte die Stadt bei ihren Forderungen bleiben.

Geht es nach der Initiative, muss mit den Planungen bei null begonnen werden. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Bürgerbeteiligung vor dem Erstellen des Auslobungstextes für den Wettbewerb losgehen muss“, sagte Architekt Volker Katthagen. Denn danach seien die Möglichkeiten einer echten Beteiligung nur gering, da die Wettbewerber die Vorgaben der Auslobung erfüllen müssten. Nach Ansicht der Initiative soll zunächst auf dem Spielbudenplatz eine mehrgeschossige „PlanBude“ errichtet werden, in der jeder seine Ideen einbringen oder sich informieren kann. Im Mai sei ein Eröffnungsfest geplant, an das sich Workshops und Auswertungsphasen anschließen - ehe nach einem Runden Tisch im Herbst zum Jahreswechsel die Auslobung für den Wettbewerb beginnen soll.

In Richtung der Bayerischen Hausbau sagte Schäfer, diese könnte ja auch einmal mit einem „hervorragenden, sozial abgefederten, super interessanten Projekt ins Gerede kommen, an dem man halt nicht so viel verdient“. Im übrigen sei aber nicht der Eigentümer, sondern die Stadt Ansprechpartner der Initiative. Die Drohung der Bayerischen Hausbau, das Grundstück brach liegen zu lassen, beeindruckte die Initiative nicht. Dann werde der Platz provisorisch genutzt, sagte Schäfer. „Da hat die Stadt jede Menge Sitzfleisch.“ Im übrigen laufe die Kostenuhr nicht aufseiten der Stadt, sondern aufseiten der Bayerischen Hausbau.

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