Jahresstatistik 2017/2018 : Immer mehr Schüler aus SH zieht es nach Hamburg

Die Zahl der Gastschüler aus dem hohen Norden ist auf 2035 gestiegen.
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Die Zahl der Gastschüler aus dem hohen Norden ist auf 2035 gestiegen.

Schulsenator Ties Rabe legte am Dienstag die Zahlen des laufenden Schuljahres vor.

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13. Februar 2018, 18:31 Uhr

Hamburg | Immer mehr Kinder und Jugendliche aus Schleswig-Holstein zieht es zum Lernen nach Hamburg. Im laufenden Schuljahr ist die Zahl der Gastschüler aus dem hohen Norden, die staatliche Schulen der Hansestadt besuchen, um mehr als ein Drittel auf 2035 gestiegen. Das geht aus der am Dienstag von Schulsenator Ties Rabe (SPD) vorgelegten Hamburger Schuljahresstatistik 2017/2018 hervor.  

Auslöser der starken Zunahme ist laut Rabe das neue Gastschulabkommen mit Schleswig-Holstein, das seit 2017 freie Schulwahl für die Jahrgangsstufen 5 und 11 allgemeiner Schulen im jeweiligen Nachbarbundesland ermöglicht. Hauptgrund für das aktuelle Plus um 542 schleswig-holsteinische Schulpendler ist das große Interesse an den Oberstufen der Hamburger Schulen. Aus dem südlichen Nachbarland Niedersachsen sind 529 Gastschüler registriert.

48 Prozent der Schüler hat einen Migrationshintergrund

Auch ansonsten wachsen Hamburgs allgemeinbildende Lehreinrichtungen schier unaufhaltsam. In diesem Schuljahr kletterte die Zahl der Schüler erneut um 2340 auf 195.000, womit sich der Trend der vergangenen Jahre fortsetzt. Wegen der Bevölkerungszunahme und der Zuwanderung hat sich die Schülerzahl im Stadtstaat seit 2009 um neun Prozent erhöht. Rund die Hälfte der Schülerinnen und Schüler – 48 Prozent – hat mittlerweile einen Migrationshintergrund, das heißt, dass wenigstens ein Elternteil oder das Kind im Ausland geboren ist.

Damit liegt die Hansestadt auf Platz 2 aller Bundesländer, nur Bremen habe einen höheren Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund, sagte Rabe. Um die Integration der Flüchtlingskinder zu beschleunigen, bemühe sich die Schulbehörde, die Vorbereitungsklassen in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu schließen. Die Kinder sollten möglichst reguläre Schulen besuchen.

Sogenannte Flüchtlingsklassen gibt es derzeit an 36 Prozent der Grundschulen, 61 Prozent der Gymnasien und 83 Prozent der Stadtteilschulen. Wechseln diese Schüler in Regelklassen, werden sie nicht mehr gesondert erfasst.

Nachmittagsbetreuung in der Schule betrifft fast 83 Prozent

Mittlerweile nutzen 83 Prozent der Schüler der ersten bis vierten Klassen die Möglichkeit, nach Schulschluss am Nachmittag in der Schule beaufsichtigt zu werden. 40,5 Prozent gehen auch in den Ferien zur Schule, und zwar im Schnitt 6,1 Wochen. „Das ist schon eine Ansage, die auch bundesweit für Nachdenken gesorgt hat“, sagte Rabe. Er freue sich, dass in den neuen Koalitionsvertrag der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung aufgenommen worden sei. In Hamburg sei das nicht mehr nötig.

Knapp 90 Prozent der Schüler gehen auf staatliche Schulen, gut zehn Prozent auf private. Die 32 berufsbildenden Schulen wurden von 52.704 Jugendlichen besucht, 1402 weniger als im Vorjahr. Gut 39.000 von ihnen machten eine duale Berufsausbildung, fast so viele wie im Vorjahr.

Der Schülerboom zwingt die Stadt zu vermehrten Anstrengungen bei Neu- und Ausbauten. Die Investitionen in Schulbaumaßnahmen hat sich in den vergangenen Jahren laut Senat auf 350 Millionen Euro jährlich mehr als verdoppelt.

Hamburg zählt 474 Lehrer mehr als im Vorjahr

An den 368 allgemeinbildenden Schulen gibt es zurzeit 13.665 Lehrerstellen und damit 474 mehr als im vergangenen Schuljahr. Das Wachstum beruht allerdings zum größten Teil auf einem statistischen Effekt, wie der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, erklärte.

Die Sonderpädagogen, die die Kinder in Vorschulklassen unterrichten, werden jetzt als Lehrer gerechnet. Real haben die Lehrerstellen damit nur um 176 zugenommen. Die Zahl der übrigen Sonderpädagogen und Erzieher verringerte sich statistisch von 2068 auf 1842. Der Lehrermangel in Hamburg sei nicht so akut wie in Berlin, erklärte Rabe. Dennoch bemühe sich die Hansestadt um Pädagogen. Lehramtsstudenten sollen in Hamburg möglichst schon nebenbei in Schulen arbeiten.

Weniger Jugendliche machen Abitur

Die Quote der Abiturienten sank von 55,5 auf 52,7 Prozent. 9038 Schüler erwarben im Schuljahr 2016/17 die allgemeine Hochschulreife, nach 9420 im Jahr davor. 4,6 Prozent bekamen die Fachhochschulreife, 18,9 Prozent machten den Realschulabschluss. Fast ebenso viele Schüler (18,6 Prozent) schafften den Hauptschulabschluss. 896 Schüler oder 5,2 Prozent verließen die Schule ohne Abschluss.

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