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Mehr Studenten und Zeitkarten : HVV plant Plattform für Kundenwünsche

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2016 war ein gutes Jahr für den HVV: Die Einnahmen wurden gesteigert. Künftig soll es auch ein flexibles Angebot geben.

Hamburg | Unbeirrt steuert der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) weiterhin auf Erfolgskurs, doch allmählich wird das ständige Wachstum zum Problem. 2016 transportierten Bahnen, Busse und Fähren im Großraum der Metropole die Rekordmenge von knapp 771 Millionen Fahrgästen, 2,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Einnahmen kletterten um fast fünf Prozent auf 825,5 Millionen Euro.

Allerdings stößt Deutschlands ältester Verkehrsverbund erkennbar an Kapazitätsgrenzen. Zuletzt hat eine Pannenserie bei der S-Bahn für viel Verdruss gesorgt. U-Bahnen und Busse sind häufig rappelvoll, Fahrpläne kommen ins Rutschen. Obendrein platzt der Hauptbahnhof aus allen Nähten. „In einer Stadt, die so boomt, ist der ÖPNV eben sehr stark nachgefragt“, sagte HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresbilanz. Der Verbund versuche gegenzusteuern, im Großen wie im Kleinen. Hartmann: „Wir passen fortlaufend Fahrpläne nach den Bedürfnissen der Fahrgäste an.“ Wo es möglich ist, würden zudem Normalbusse durch Gelenkbusse ersetzt.

Die großen Befreiungsschläge erwarten die HVV-Manager allerdings erst mittel- bis langfristig. Ab kommendem Jahr erhält die S-Bahn neue und zusätzliche Züge. Große Hoffnungen setzen die ÖPNV-Verantwortlichen auf geplante neue Schnellbahnstrecken - die jedoch noch mehrere Jahre auf sich warten lassen. In der Pipeline: die S4 (Hamburg-Bad Oldesloe), die S21 (Hamburg-Kaltenkirchen) sowie die neue U-Bahnlinie 5 (Bramfeld-Osdorf).

Zugleich arbeitet der HVV an mehreren Projekten für Service-Verbesserungen, wie Co-Geschäftsführer Lutz Aigner sagte. So soll es in diesem Jahr für erste Fahrgäste möglich sein, sich über eine Dispositionsplattform per Smartphone einen Bus an einen Wunschort zu bestellen. Und zwar dort, wo es mangels Nachfrage keinen Linienbetrieb gibt. Zunächst probiert der HVV das im Gewerbegebiet Billbrook sowie im Hafen aus. Hartmann: „Eingesetzt werden wahrscheinlich Kleinbusse, die auch für einen einzigen Fahrgast kommen werden.“ Und das zum normalen HVV-Fahrschein-Preis. Getestet wird der Bus-on-Demand zusätzlich in ländlichen Gebieten im Kreis Herzogtum Lauenburg.

2017 werde zudem das Jahr der großen Umstellung beim Ticketverkauf, sagte Aigner. Der HVV hat damit begonnen, schrittweise Abokarten aus Papier gegen elektronische HVV-Cards auszutauschen. Ab Herbst sollen auch Gelegenheitskunden problem- und bargeldlos an Automaten Fahrscheine kaufen und auf die Chipkarte laden können.

Noch weitreichender ist das Prinzip „Check-in/Be-out“, das ab Jahresende erprobt werden soll. Passagiere melden sich beim Besteigen von Bus oder Bahn mit ihrem Smartphone an, das Verlassen registriert das System automatisch. Ein Computer berechnet stets den günstigen Tarif, Motto: Teurer als die Tageskarte wird's nie. Lutz Aigner: „Am Testbetrieb nehmen sechs Verkehrsunternehmen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen teil.“ Das sind die Hochbahn, die S-Bahn, die VHH, die Regionalbahn Schleswig-Holstein, der Metronom sowie die KVG Stade. Ziel ist es, das Bezahlsystem 2018 im gesamten HVV einzuführen.

Wie üblich, wird der HVV zu Beginn kommenden Jahres wieder die Fahrpreise erhöhen. Hartmann: „Um wie viel, steht noch nicht fest.“

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erstellt am 05.Apr.2017 | 12:27 Uhr

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