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Bahnfahren in Hamburg : HVV kämpft gegen Ticketfälscher und will stärker kontrollieren

vom
Aus der Onlineredaktion

Häufig gibt es Betrug mit gefälschten Abo- und Ersatzkarten. Das soll jetzt verhindert werden.

Hamburg | Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) will gegen Fahrkartenmissbrauch und Ticketfälschungen stärker vorgehen. Um etwa Missbrauch bei Abo-Ersatzkarten zu verhindern, soll mit neuen Prüfinstrumenten und verstärkten Kontrollen gegengesteuert werden.

Das Fälschen von Fahrkarten scheint eine beliebte Praxis zu sein - und recht einfach. Und das Fälschen führt zu starken Umsatzeinbußen beim HVV.

„Wir stellen zunehmend fest, dass Fahrkarten hochprofessionell gefälscht werden“, berichtete HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner am Donnerstag in der Hansestadt. Daher würden bei der Herstellung der Papierkarten die Drucktechnik und die Farben regelmäßig verändert, um Missbrauch vorzubeugen.

Wer seine Abo-Karte verliert, bekommt in der Regel eine Ersatzkarte ausgestellt. Weil es aber Wiederholungstäter gegeben habe, die sogar mehrfach um Ersatz für angeblich ebenfalls verlorene Ersatzkarten baten, sei der HVV misstrauisch geworden, berichtete Aigner.

Vermeintlich verschwundene Abo- und Ersatzkarten seien im Familien- und Freundeskreis weitergereicht worden. Für 600.000 Abo-Karten seien 2015 rund 40.000 Ersatzkarten ausgestellt worden, wovon knapp ein Drittel missbräuchlich genutzt worden sei, erläuterte Aigner.

Verlust von rund 20 Millionen Euro

Mit neuen Programmen auf ihren Lesegeräten sollen Fahrkartenkontrolleure von nun an Abo- und Ersatz-Kartennummern abgleichen können. „Wir erheben keinen Generalverdacht gegen Menschen, die eine Ersatzkarte benötigen. Wenn es aber zu Missbrauch kommt, müssen wir dem den Riegel vorschieben“, ergänzte der HVV-Chef.

Er bezifferte die Verlust durch Schwarzfahrten und Kartenmissbrauch auf rund 20 Millionen Euro. Die Schwarzfahrerquote betrage 3,5 Prozent. Wer ohne gültige Fahrkarte erwischt wird, muss 60 Euro bezahlen - und ebenso derjenige, der mit gefälschter Karte unterwegs ist. Er muss zudem mit einer Betrugsanzeige rechnen.

Die Busse und Bahnen im HVV sind gefragt wie nie zuvor: 748,6 Millionen Fahrgäste beförderte der Verbund im vergangenen Jahr, ein Zuwachs von 1,4 Prozent verglichen mit 2014. Für das laufende Jahr erwartet der HVV, der 30 Betriebe in der Stadt und der Metropolregion vernetzt, einen Zuwachs von 2,2 Prozent.

„Trotz deutlich gesunkener Kraftstoffpreise, zunehmendem Fahrradverkehr und stagnierender Schülerzahlen fahren immer mehr Menschen in und um Hamburg mit dem ÖPNV“, bilanzierte der Verbund des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). An Flüchtlinge seien seit dem 1. Februar bisher 14.000 Mobilitätskarten ausgegeben worden, die für Erwachsene 29 Euro (Kinder: 14,50 Euro) kosten.

Der Zuspruch schlug sich auch in den Fahrgeld-Einnahmen nieder: Sie steigen 2015 um 3,9 Prozent auf rund 785 Millionen Euro. Rund 16 Millionen Euro stammten dabei aus der Tarifsteigerung von 2,6 Prozent Anfang 2015, 14 Millionen Euro aus dem Nachfragezuwachs, wie der HVV-Chef ausführte. Die Tarifanhebung von 1,9 Prozent 2016 begründete er mit gestiegenen Energie- und Lohnkosten. Die Kosten des HVV sind zu 72 Prozent durch die Einnahmen gedeckt, den Rest muss die öffentliche Hand beisteuern.

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erstellt am 31.Mär.2016 | 18:49 Uhr

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