Hamburger Verkehrsverbund : HVV: Fahrkarten und Schwarzfahren werden teurer

Fahrgäste in Hamburgs S-Bahnen sollten ihre Karte nicht vergessen: Schwarzfahren wird ab 1. August teurer.
Fahrgäste in Hamburgs S-Bahnen sollten ihre Karte nicht vergessen: Schwarzfahren wird ab 1. August teurer.

Das Geschäftsjahr 2014 schloss der Hamburger Verkehrsverbund mit einem Rekord ab. Trotzdem werden die Fahrpreise erhöht.

shz.de von
22. Mai 2015, 09:44 Uhr

Hamburg | Schwarzfahren in Hamburg und Umgebung wird um 50 Prozent teurer: Zum 1. August hebt der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) das „erhöhte Beförderungsentgelt“ von 40 auf 60 Euro an. Das hat HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner am Donnerstag angekündigt. „Schwarzfahren kostet seit 2003 unverändert 40 Euro. Inzwischen sind die Fahrkartenpreise und die Verbraucherpreise aber deutlich gestiegen. Der Betrag hat zunehmend seine abschreckende Wirkung verloren.“ Den Weg für ein höheres Bußgeld hat der Bund gerade freigemacht.

Das Geschäftsjahr 2014 hat Deutschlands ältester Verkehrsverbund erneut mit einem Rekord abgeschlossen. Die Zahl der Fahrgäste stieg um 1,3 Prozent auf 738,3 Millionen. Das Wachstum falle stärker aus als in fast allen anderen Regionen in Deutschland, sagte der HVV-Manager. Entsprechend kletterten auch die Einnahmen auf den neuen Höchstwert von 756 Millionen Euro.

Dennoch kündigte die HVV-Spitze am Donnerstag bereits die nächste Preiserhöhung an. Wegen gestiegener Aufwendungen vor allem für Gehälter werden die Tickets laut Aigner ab Januar 2016 voraussichtlich um 2,6 Prozent teurer. Jährliche Preiserhöhungen sind im HVV üblich und werden de facto vom Senat vorgegeben, der so den Defizitausgleich der Stadt begrenzen will.

Der Trend zu elektronischen Fahrkarten im HVV setzt sich derweil fort. Insbesondere das Mobil-Ticket über die HVV-App für iPhone und Android entwickele sich prächtig. So luden sich in den ersten vier Monaten des Jahres fast 900.000 Fahrgäste ihr Ticket aufs Handy oder iPad, das ist mehr als im gesamten Jahr 2013.

Monatskarten und Semestertickets soll es bald in neuer Form geben. Eine kleine Plastikkarte mit Chip – so groß wie eine EC-Karte – soll die Zeitkarten aus Papier ablösen. Aigner: „Mit dieser Karte kann man bargeldlos bezahlen, man kann sie selbst am Automaten holen, man muss für eine Monatskarte nicht mehr am Schalter anstehen.“

Die HVV-Nutzer in Hamburg und den angrenzenden Kreisen der Nachbarbundesländer sind mit den Leistungen des Verkehrsverbundes überwiegend einverstanden. Laut ÖPNV-Kundenbarometer lag die Zufriedenheit 2014 so hoch wie nie.

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