Hamburg : Hunderte demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan

<p>Elbphilharmonie: Rund 1500 Demonstranten weisen mit Bannern und Schildern auf eine aus ihren Augen verfehlte Abschiebepolitik hin.</p>

Elbphilharmonie: Rund 1500 Demonstranten weisen mit Bannern und Schildern auf eine aus ihren Augen verfehlte Abschiebepolitik hin.

Am Sonnabend ging ein Protestmarsch vom Rathaus zur Elbphilharmonie. Eine kleinere Demo gab es am Flughafen.

shz.de von
12. Februar 2017, 18:34 Uhr

Mehrere hundert Menschen haben in Hamburg für einen Abschiebestopp nach Afghanistan demonstriert. Bis zu 1500 Teilnehmer zogen nach Angaben der Polizei vom Samstag von der Elbphilharmonie zum Rathaus der Hansestadt. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, erklärte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die für Sonntagmittag am Hamburger Flughafen geplante weitere Demonstration fiel mit 30 Teilnehmern dagegen sehr klein aus. Sie sei wegen des Reizgas-Alarms am Airport vorzeitig beendet worden, sagte ein Polizeisprecher. Am Mittag war der Flughafen für rund anderthalb Stunden evakuiert und der Flugverkehr eingestellt worden, nachdem ein unbekannter Stoff im Terminal gesundheitliche Probleme bei Reisenden ausgelöst hatte.

<p>Hamburger Flughafen:  Demonstranten protestieren bei einer Tanzausführung in Kostümen von Flugbegleitern gegen die Abschiebungen.</p>
dpa

Hamburger Flughafen:  Demonstranten protestieren bei einer Tanzausführung in Kostümen von Flugbegleitern gegen die Abschiebungen.

Ein Bündnis von Flüchtlingsverbänden und Initiativen hatte zu dem Protest aufgerufen. „In Afghanistan herrschen Krieg und Terror, Attentate gehören zum Alltag“, teilten die Organisatoren mit. „Die Menschen, die zur Rückkehr gezwungen werden, können dort kein Leben in Sicherheit führen. Ein Leben in Würde ist unter diesen Bedingungen undenkbar.“ Hamburg hat mit rund 20 500 Mitgliedern bundesweit eine der größten afghanischen Gemeinschaften.

In zahlreichen deutschen Städten gingen am Samstag Tausende für einen sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan auf die Straße. In den vergangenen Wochen hatte es zwei Sammelabschiebungen von Afghanen in ihr Heimatland gegeben. Bund und Länder hatten sich am Donnerstag in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, dass es deutlich mehr Abschiebungen geben soll.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen