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Otto Waalkes ist zurück : „Humor ist angeboren, kann man nix machen“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Komiker Otto Waalkes spricht über Witze, seine Liebe zu Hamburg, Alternativen für den HSV und Überraschungen im Alter

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Hamburg | Kurz bevor Otto zum ersten Auftritt seiner diesjährigen Tournee in seine Heimatstadt Emden aufbricht, erwischen wir den Komiker und Wahl-Hamburger bestens gelaunt und können unsere brennenden Fragen an ihn loswerden. Seine Antworten sind − typisch Otto. Witzig. Lesen Sie selbst!

Macht es Ihnen nach 51 Jahren immer noch Spaß, auf der Bühne zu stehen?
Otto: Nein, es ist fürchterlich, grauenvoll! Ich wollte die neue Tournee eigentlich „Nicht das again“ nennen, aber dann haben wir uns doch für „Holdrio again“ entschieden. Das klang irgendwie einladender.

Wie halten Sie sich fit auf Ihrer Tournee?
Na, mit der Tournee! Das ist das reinste Sportprogramm! Rennen, springen, setzen, aufstehen, laufen, hüpfen, Kniebeugen zum Autogrammegeben.

Wie kommen Sie nach der Show runter?
Man muss ein kleines Schlückchen Tee trinken. Oder einen großen Schluck Bier.

Sind Sie privat eigentlich auch so quirlig?
Na ja, natürlich nicht immer. Manchmal bin ich auch lebhaft, zappelig, hibbelig, kribbelig, fahrig, flatterhaft oder einfach nur wuselig.

 

Denken Sie manchmal ans Aufhören?
Klar! Nach zwei Stunden Show denke ich immer ans Aufhören − dann muss ich ins Bett, um für den nächsten Abend fit zu sein.

Würden Sie auch gern − wie in diesem Jahr Jane Fonda − mal eine „Goldene Kamera“ für Ihr Lebenswerk bekommen?
Ich würde viel lieber für meine Goldenen Kameras eine Jane Fonda bekommen.

Sie waren einige Zeit aus der Öffentlichkeit verschwunden. Wo waren Sie?
Meinen Sie, als ich auf Tournee war? Oder als ich in Kinofilmen mitgespielt hab? Oder als ich meine große Fernsehshow hatte? Oder meinen Sie meine Ausstellung in Mainz? Oder als ich für „Ice Age 5“ synchronisiert hab? Oder doch die Tournee und die Shows und die Filme und die Vernissagen und die „Ice Age“-Teile davor? Oder meinen Sie dazwischen? Da war ich vermutlich kurz auf der Toilette.

Tourneestart 2017 in Emden. Ist das eine Verbeugung vor Ihrer Heimatstadt?
Nee, die Verbeugung kommt erst ganz zum Schluss, nach dem Auftritt! In Emden fang ich an, weil die Ostfriesen tierisch ungeduldig sind. Und meine Familie wohnt doch auch da, da muss ich ja natürlich mal wieder vorbeischauen.

Ostfriesland hat Sie als Markenartikel. Warum hat Hamburg keinen Otto?
Das fand ich auch traurig. Ich bin vor lauter Mitleid nach Hamburg gezogen.

Wird man eigentlich mit so viel Humor geboren?
Ja, ist leider angeboren, kann man nix machen. Habe ein paarmal versucht, es operativ entfernen zu lassen. Ist aber zu eng mit dem Hirn verwachsen, ist leider nicht möglich, schade.

Hat sich der Humor Ihres Publikums eigentlich in den letzten 50 Jahren verändert?
Ich hoffe nicht! Schließlich kommen die doch immer noch in meine Shows!

Otto Gerhard Waalkes, geboren am 22. Juli 1948 in Emden (Ostfriesland) ist seit 50 Jahren einer der erfolgreichsten und beliebtesten Komiker Deutschlands. Seine ersten Schallplatten in den 70er Jahren stürmten die deutschen Plattencharts, später kam eine Reihe an Kino-Kassenschlagern und TV-Erfolgen dazu. Mit seinem Bühnenprogramm, das mittlerweile neben seinen absoluten Klassikern auch viele neue und moderne Elemente enthält, füllt er immer noch die Hallen der Republik. Beliebt sind auch seine Synchronisationen, vor allem von Disney-Charakteren wie Mushu (Mulan) oder Faultier Sid (Ice Age). 2015 feierte Otto sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Im Oktober 2016 startete er seine Tournee „Holdrio again“ durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Seine Tournee 2017 hat am 3. April in seiner Heimatstadt Emden begonnen. Otto lebt im Hamburger Stadtteil Blankenese. 

Was hat Otto die letzten 50 Jahre verändert?
Nach und nach wurden nach oben hin immer größere Teile meines Gesichts freigelegt.

Was war Ihre Rettung im Leben?
Meine Kappe, um den Großteil dieses Gesichts wieder zu verdecken.

Humor macht Männer sexy, das sagen alle Frauen. Ertrinken Sie in Liebesbriefen?
Klar, da kommt schon einiges zusammen. Aber nicht mehr so viel wie früher, ist ja klar. Heute gibt es schließlich auch E-Mail und WhatsApp.

Bei freier Wahl: Wären Sie als Mann lieber schön als witzig auf die Welt gekommen?
Klar, das wäre viel besser. Die Leute würden Tickets kaufen, um mich anschauen zu können und ich müsste nur auf der Bühne stehen und rein gar nichts machen. Ein Traum!

Sind Sie eigentlich zurzeit verliebt?
Das kann ich erst sagen, wenn ich die ganzen Briefe durch hab.

Was ist mit 68 anders, als Sie es sich als junger Mann vorgestellt haben?
Dass ich mal älter werde als 35, hätte ich nie gedacht!

Sie wohnen seit Jahrzehnten in Blankenese. Mal daran gedacht umzuziehen?
Ich bin gerne da, ist wie ein kleines Dorf in der großen Stadt. Die Leute kennen sich untereinander, man sagt „Moin“ und fragt sich, wie der wohl nochmal heißt. Wie zu Hause!

Ihr Freund Udo Lindenberg wohnt im Hotel. Könnten Sie das?
Ich bin doch auch meistens im Hotel, ich bin so oft unterwegs und auf Tournee. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, werfe ich immer mein Handtuch auf den Boden und warte auf ein neues.

Was lieben Sie an Hamburg?
Jeder versteht mich, obwohl ich doch aus dem kleinen Ostfriesland komme. „Moin“ passt einfach immer!

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Hamburg?
Hauptsache am Wasser! Am liebsten irgendwo, wo ich auch Matjes essen kann.

Ach ja, zum Schluss, bitte erzählen Sie unseren Lesern einen Witz!
Wie nennt man ein weißes Mammut? Helmut!

Otto Waalkes... persönlich
Ich könnte gut verzichten auf...
Shampoo.

Ich erhole mich... so langsam vom Lampenfieber.

Meine Schwäche... ist, immer neue Scherze basteln zu müssen.  

Meine Stärke... ist, die Leute auch mit alten Scherzen zum Lachen zu bringen.

Die Elbphilharmonie... hat schönere Wellen als Trumps Frisur.

Schöne Frauen... kommen und gehen.

Autos... kommen und fahren weg.

Ich lache über... Steve Martin, Monty Python, Jerry Lewis, immer noch. Aber es gibt ja auch so viel guten Nachwuchs. Nico Semsrott ist super, den müsst ihr euch anschaun.

Das Lachen vergeht mir... wenn RTL fragt, ob ich ins Dschungelcamp will. 

Der HSV... könnte ja auch mal was anderes ausprobieren. Tischtennis, vielleicht. Oder Stricken. Oder einfach ein bisschen an der Alster spazieren? Ist doch auch schön.

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