zur Navigation springen

Vor Spiel bei Werder Bremen : HSV: Wie Labbadia das Derby gewinnen will

vom

Der Tabellenletzte aus Hamburg setzt im Spiel gegen Bremen auf einen Routinier. Statistisch gesehen müsste Trainer Bruno Labbadia am Ende jubeln.

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2015 | 11:42 Uhr

Bremen | Selten war das 102. Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV so brisant wie in dieser Saison. Der Tabellenletzte aus Hamburg will mit dem neuen Trainer Bruno Labbadia ausgerechnet beim Erzrivalen die Wende im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga erzwingen. „Wir konnten Kraft schöpfen und sind zur Ruhe gekommen. Ich habe Lust auf das Derby“, sagte Labbadia vor der Sonntag-Partie (15.30 Uhr) im Weserstadion, in dem er als Profi für den SV Werder stürmte.

Aktuell sind die Zahlen rund um den HSV erschütternd. Seit acht Spielen ist der Traditionsclub ohne Sieg. Dazu wartet die HSV-Offensive seit 495 Minuten auf einen Treffer. „Wir müssen als Mannschaft eine Festung werden. Wir müssen zusammen angreifen und verteidigen“, erklärte Labbadia.

Personell setzt der 49-Jährige, der auf allen Trainerstationen sein erstes Pflichtspiel gewann, auf bewährte Kräfte. Torhüter Rene Adler wird ebenso in der Startelf stehen wie Angreifer Pierre-Michel Lasogga – und wohl auch der umstrittene Kapitän Rafael van der Vaart. „Ich habe Rafael klar gesagt, dass ich von ihm keine Grätschen erwarte. Was ich sehen möchte, ist sein bester Fußball“, erklärte Labbadia am Freitag nach Beendigung des zweitägigen Trainingscamps in Rotenburg/Wümme bei einer Pressekonferenz in der Arena Volkspark.

Der zuletzt heftig in die Kritik geratene Valon Behrami wird seinen Platz in der Anfangsformation voraussichtlich ebenso behalten wie Ivica Olic, der aus dem Sturmzentrum auf die linke Außenbahn wechselt. Labbadia kann auch wieder auf Marcell Jansen zurückgreifen. Allerdings fehlt Abwehrchef Johan Djourou wegen einer Gelb-Roten-Karte aus dem Wolfsburg-Spiel.

Auch Werder-Trainer Viktor Skripnik plagt sich mit einigen Sorgen herum. Die Leichtigkeit des Rückrundenstarts ist in den vergangenen Wochen mit nur einem Sieg aus sieben Spielen abhandengekommen. Daher arbeitete er zuletzt im mentalen Bereich. „Wir haben gute Gespräche geführt“, sagte der Ukrainer.

Zusatzmotivation erhofft sich Skripnik durch die Statistik. Mit dem 500. Heimsieg in der Bundesliga-Geschichte könnten Clemens Fritz und Co. in die Historie eingehen. „Vor so einem Spiel muss ich eigentlich nur die Aufstellung machen und sagen: Viel Glück“, sagte der Werder-Coach zu der Bedeutung des Nord-Derby. Das Abschlusstraining am Samstag führte er unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch.

Vor dem Anpfiff wird mit einer Minute des Beifalls an den am Dienstag verstorbenen Werder-Ehrenspielführer Arnold „Pico“ Schütz gedacht.

Die als Risikospiel eingestufte Begegnung erfordert auch einen verstärkten Einsatz der Polizei. Rund 1000 Beamte sollen für die Sicherheit rund um das Stadion sorgen. Die Mehrkosten von 300.000 Euro möchte sich der Bremer Senat von der Deutschen Fußball Liga zurückholen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen