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Versteuerung von Ehren-Tickets : HSV: Uwe Seeler soll Steuern für Ehrenkarte zahlen

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Weil der HSV den geldwerten Vorteil der Ehrenkarten nicht mehr versteuert, müssen die Ehrenmitglieder dies selbst tun. Das wird vielen zu teuer. Auch Legende Uwe Seeler ist betroffen.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2015 | 10:52 Uhr

Hamburg | HSV-Legende Uwe Seeler soll künftig seine Ehrenkarte selbst versteuern – und ist damit nicht allein. Bereits vor dem ersten Heimspiel des Hamburger Sportvereins gegen den VfB Stuttgart hielten sämtliche Ehrenkarteninhaber ein formelles Schreiben des Vereins in den Händen. Darin werden die Ticketbesitzer aufgefordert, die neuen Ehrenkarten selbst zu versteuern.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, hat nun Holger Hieronymus reagiert. Er schickte seine Karten kurzerhand zurück an die Geschäftsstelle. Er wolle sich unter keinen Umständen einem Steuerrisiko aussetzen, sagt der Ex-Sportchef. „Aber vor allem war ich irritiert über das Vorgehen des HSV. Um es vorsichtig zu formulieren: Ich hätte es anders gemacht“.

Rund 900 Besitzer von Ehrendauerkarten und 400 von Ehreneinzelkarten sind betroffen. Die Vorschriften, wen der Staat in welcher Höhe an dem Kartengeschenk zu beteiligen hat, sind kompliziert. Zunächst ist wichtig, in welchem Verhältnis der Beschenkte zum HSV steht. Das Gesetz besagt, dass die Übersendung von Ehrenkarten für den Besuch von sportlichen Veranstaltungen nach dem Einkommenssteuerrecht als geldwerter Vorteil gilt. Der Wert der Ehrenkarten muss daher vom Empfänger versteuert werden. Der HSV könnte demnach für diese Steuer aufkommen, der Kartenempfänger wäre von der Steuer befreit. Der HSV allerdings nimmt davon Abstand: „Der geldwerte Vorteil wird nicht von der AG versteuert“, heißt es in dem Schreiben.

Da die Ehrenkarten in verschiedenen Kategorien von Businessseats, Logenkarten und VIP-Karten sowie einfachen Tribünenkarten ausgegeben. Vielen Kartenbesitzern ist der unerwartet hohe Betrag zu viel. Eine Vielzahl von Karten wurde laut Abendblatt wieder zurückgeschickt. Der HSV will die Auswirkungen zeitnah prüfen. Der Grundtenor der Betroffenen ist jedoch ähnlich: „Jeder weiß, dass der HSV sparen muss, vielleicht tut er das jedoch an der falschen Stelle“.

 

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