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Vor Spiel in Braunschweig : HSV: Trügerische Ruhe vor van Marwijks Endspiel

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Nur ein Sieg im Kellerduell in Braunschweig rettet dem HSV-Trainer den Job. Mirko Slomka steht bereit. Und auch ein weiterer Name wird als Nachfolger gehandelt.

Hamburg | Durchatmen. Ausnahmsweise mal keine Aufsichtsratssitzung – und auch keine Meldungen darüber, dass die Entlassung des Trainers oder des Vorstands minütlich bevorsteht. Der krisengeschüttelte Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat am Freitag einen für seine Verhältnisse geradezu idyllisch ruhigen Tag erlebt. Doch selbstverständlich – wie sollte es bei Deutschlands Chaosclub Nummer eins anders sein – ist es aller Voraussicht nach heute schon wieder vorbei mit der trügerischen Ruhe. Denn die akut abstiegsgefährdeten Hanseaten gastieren bei Tabellenschlusslicht Eintracht Braunschweig (15.30 Uhr). Und alles andere als ein Auswärtssieg – möglichst begleitet von einer überzeugenden Leistung – würde den von Machtkämpfen umtobten Verein direkt in die nächsten Turbulenzen stürzen.

Sicher ist: Nach dem geplatzten Deal mit Felix Magath – der nun den FC Fulham trainieren wird – muss Bert van Marwijk seine letzte Chance nutzen. Gelingt die Wende im Kellerduell nicht, ist der HSV-Trainer nicht mehr im Amt zu  halten. „Das ist das wichtigste Spiel des Jahres“, betonte der 61-jährige Niederländer, der selbst am besten weiß, was die Stunde geschlagen hat. Verliert der Bundesliga-„Dino“ nach zuletzt sieben Pflichtspielpleiten in Folge auch beim Aufsteiger, kann selbst der bislang geduldige Clubvorstand nicht länger an van Marwijk festhalten. Mirko Slomka gilt weiter als Topkandidat an der Elbe. Auch Martin Jol, Ex-HSV-Coach aus besseren Zeiten, wird gehandelt.

In Sachen Trainer am Zug ist nun der Vorstand, in dem Sportdirektor Oliver Kreuzer und Chef Carl-Edgar Jarchow ihren Job verloren hätten, wenn die Pläne des Aufsichtsrats mit Magath aufgegangen wären. Beide sind genau wie van Marwijk erheblich beschädigt. Dass Kreuzer schon mit Slomka verhandelt hat, um im Fall des Falles vorbereitet zu sein, wird  nicht  dementiert.

Van Marwijk gibt sich nach außen unbeeindruckt von den unfassbaren Macht- und Grabenkämpfen, die den ruhmreichen Traditionsclub an den Rand des Abgrunds geführt haben. „Ich kann das alles ausblenden. Ich bin Profi und kann mich sehr gut auf dieses wichtige Spiel einstellen“, sagte der Coach.

Er weiß jedoch genau, dass er auf die Hilfe seiner zuletzt desolaten Profis angewiesen ist. Nach drei 0:3-Niederlagen in der Liga am Stück sowie dem 0:5-Debakel im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München sind  Kapitän Rafael van der Vaart und Co. am Zug. Immerhin: Die erwartete Rückkehr des zuletzt verletzten Torjägers Pierre-Michel Lasogga (neun Saisontreffer) ist ein Hoffnungsschimmer.

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erstellt am 15.Feb.2014 | 12:23 Uhr

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