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Ausschreitungen rund um Bayern-Spiel : HSV: Polizei mit Tränengas gegen „Ultras“

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Zu Auseinandersetzungen zwischen „Ultras“ und der Polizei kam es bei der Partie gegen den FC Bayern München vor, während und nach dem Fußballspiel. Das HSV-Fanprojekt und der Supporters Club verurteilten den Polizeieinsatz. Die Hamburger hatten am Samstagnachmittag gegen den Meister mit 1:4 verloren.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2014 | 14:03 Uhr

Hamburg | Bereits vor dem Spiel gegen den FC Bayern München am Samstagnachmittag suchten ca. 150 Hamburger Fans im Bereich des S-Bahnhofes Eidelstedt eine Auseinandersetzung mit Münchener Fans. Eine starke Polizeipräsenz konnte dies jedoch verhindern. Daraufhin erhielten die Gästefans früheren Einlass in das Stadion.

Die Polizeibeamten nahmen in der Folge 24 HSV-Fans fest, die versucht hatten, in der Ottenser Straße Barrikaden zu errichten. Dabei mussten die Beamten mehrfach Schlagstöcke einsetzen. Bei der Durchsuchung der verhafteten Personen wurden neben sogenannten Polenböllern unter anderem auch Sturmhauben sichergestellt.

Ein weiterer HSV-Anhänger wurde aufgrund seines aggressiven Verhaltens an der „Rampe Nordost“ in Gewahrsam genommen. Als Reaktion darauf bewarfen Anhänger der Hanseaten die Einsatzkräfte mit Flaschen. Dabei wurden zwei Polizeibeamte verletzt.

Unmittelbar vor dem Spiel brachten Ultrafans im Stadion zwei Transparente mit dem Tenor „A.C.A.B. - Hass wie noch nie“ an. Als der Ordnungsdienst in der Halbzeitpause versuchte, das Banner am Block 25A abzunehmen, bewarfen einige Fans die Ordnungskräfte mit Gegenständen und griffen sie an. Polizeibeamte unterstützten die Ordner in diesem Bereich. Das Banner im Block 22 C entfernten Einsatzkräfte der Polizei. Dabei wurden die Beamten massiv körperlich angegriffen, geschlagen und mit Stangen beworfen. Mehrfach mussten die Beamten Reizgas und Schlagstöcke gegen vermummte Straftäter einsetzen, um die Attacken zu beenden. Vier weitere Polizeibeamte wurden verletzt.

Der Supporters Club und das HSV Fanprojekt verurteilen Einsatz der Polizei in einer Stellungnahme. Der Einsatz sei absolut unverhältnismäßig gewesen und sei zu verurteilen. Ein Banner als Grund zu nehmen, in einem vollen Stadion einen Block unter der Verwendung von Pfefferspray und Schlagstöckern zu stürmen, sei vollkommen inakzeptabel, heißt es in der Stellungnahme. Die Inkaufnahme von Verletzten im dreistelligen Bereich, stehe in keinem Verhältnis zu einer solchen Provokation. HSV Supporters Club und HSV Fanprojekt verlangen und erwarten eine umgehende und lückenlose Aufarbeitung des Einsatzes und verurteilen diesen abermals auf das Schärfste, heißt es weiter.

Auch nach dem Spiel setzten sich die Ausschreitungen fort.  Münchener Fans und St. Pauli-Anhänger begaben sich in das Vergnügungsviertel St. Pauli. Gegen 19:40 Uhr wurden dort etwa 160 zum Teil vermummte Fans von Polizeibeamten angehalten und in der Talstraße festgesetzt. Während der Kontrolle erschienen um 20:45 Uhr weitere 100 vermummte Personen, die von den Einsatzkräften allerdings abgedrängt wurden und sich anschließend in unbekannte Richtung entfernten.

Die Münchener Fans erreichten in ihren Reisebussen unter Polizeibegleitung die Landesgrenze und setzten ihre Heimreise fort. 46 Hamburger Fans wurden festgehalten und um 23:45 Uhr wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Es waren 361 Polizeibeamte im Einsatz.

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