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Trainer-Suche : HSV-Boss befeuert Gerüchte um Schaaf

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Kompliment für Thomas Schaaf hat den Vereinschef des Hamburger SV bei der Trainersuche in Erklärungsnot gebracht. HSV-Präsident Carl Jarchow lobte die Erfahrung von Schaaf, will aber nichts von einer Festlegung des Fußball-Bundesligisten auf den ehemaligen Werder-Coach wissen.

Er gab sich alle Mühe, verbal zurückzurudern, aber da war es längst zu spät. „Ich gebe keinen Kommentar zu möglichen Trainern ab. Ich habe Thomas Schaaf gelobt. Genauso könnte ich Pep Guardiola loben“, sagte Carl-Edgar Jarchow, Vorstandschef des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV vor versammelter Reporterschar, und versuchte, möglichst teilnahmslos zu wirken. Zuvor hatte Jarchow in einem TV-Interview allerdings geradezu von Schaaf geschwärmt: „Ich finde Thomas Schaaf gut. Ich habe ihn kennengelernt, finde ihn sehr sympathisch und bin der Meinung, dass die Erfolge, die er mit Werder hatte, für sich sprechen.“ Doch eigentlich hätte es der Huldigung des HSV-Chefs gar nicht mehr bedurft: Aus dem Umfeld des Krisenclubs war zu diesem Zeitpunkt längst durchgesickert, dass Schaaf tatsächlich einer der Favoriten auf die Nachfolge des am Montag entlassenen Thorsten Fink ist.

Fünf Fußballlehrer haben es laut Sportchef Oliver Kreuzer auf die Liste der heißen HSV-Kandidaten geschafft – sicher ist, dass neben Schaaf auch der ehemalige niederländische Nationalcoach Bert van Marwijk weit oben angesiedelt ist. Über die übrigen Namen wird weiter munter gerätselt: Lothar Matthäus, Stefan Effenberg, Franco Foda, Christian Gross, Slaven Bilic – der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Fest steht derweil nur, dass im Nordderby gegen Werder Bremen (Sonnabend, 15.30 Uhr) keiner der Genannten auf der HSV-Bank sitzen wird, sondern Interimscoach Rodolfo Cardoso. Voraussichtlich trägt der 44-jährige etatmäßige U23-Coach auch noch im DFB-Pokalspiel gegen Fürth am Dienstag die Verantwortung. Und Cardoso ist wild entschlossen, den Krisenclub aus dem Tief zu holen: „Ob es ein gutes Spiel wird, ob viele Tore fallen – unwichtig. Wichtig ist, dass wir Werder schlagen.“

Welche Meinung der Milliardär Klaus-Michael Kühne von Cardoso hat, ist nicht überliefert. Was aber nicht heißen soll, dass Kühne sich nicht erneut zum HSV geäußert hätte – im Gegenteil. Zum wiederholten Male attackierte der 76-jährige Investor die Clubführung und forderte die Inthronisierung von Felix Magath als Vorstandsboss. Zudem stellte er in Aussicht, im Falle einer Ausgliederung der Profiabteilung 25 Millionen Euro in den HSV zu investieren. „Der Vorstand ist das große Dilemma des Vereins“, sagte Kühne. „Dass man nicht auf mich hören und nicht mit Felix Magath sprechen will, halte ich für einen großen Fehler.“  

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erstellt am 20.Sep.2013 | 08:04 Uhr

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