Personalmanagement : HSH Nordbank ist mit Stellenabbau fast durch

Im Groben war's das: Die HSH Nordbank hat mit 2762 einen großen Teil des Stellenabbaus hinter sich gebracht.

shz.de von
16. Juni 2014, 13:05 Uhr

Hamburg | Die HSH Nordbank hat ihren Stellenabbau nahezu abgeschlossen. Seit der Finanzkrise 2008, als die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein nur mit staatlichen Kapitalspritzen überleben konnte, wurde die Belegschaft von mehr als 5000 Menschen auf 3255 Ende März 2014 reduziert. In Vollzeitstellen gerechnet sind das 2762. Bis Jahresende will die Bank noch 84 Stellen einsparen, wie Personalchefin Judith Steinhoff am Montag in Hamburg berichtete.Seit 2008 hat die HSH Nordbank ihre Bilanzsumme auf rund 109 Milliarden Euro halbiert. Sie musste für ihren Fortbestand entsprechende EU-Auflagen erfüllen und Geschäftsfelder aufgeben. „Wir haben dort Stellen gestrichen, wo Aufgaben schlicht weggefallen sind“, erläuterte Steinhoff.

Der Stellenabbau sei an beiden Standorten der Bank in Hamburg und Kiel im Verhältnis von etwa 55:45 Prozent erfolgt, sagte die Personalleiterin. Wer davon betroffen war, nutzte ihren Angaben zufolge Beratungsangebote zur Weiterbeschäftigung bei anderen Firmen (Out-Placement). Darüber hätten fast drei Viertel der Mitarbeiter einen anderen Arbeitsplatz bei Banken, Finanzdienstleistern oder in der Industrie gefunden. Mittlerweile gebe es anderthalb Dutzend HSH-Rückkehrer, die dann allerdings ihre Abfindung zurückzahlen mussten. Sie belief sich auf ein Monatsgehalt je Berufsjahr multipliziert mit dem Faktor 1,3.

Auch die Zahl der Führungspositionen wird der Unternehmensgröße angepasst und geht von einst 280 auf 230 zurück, rund 18 Prozent sind Frauen. Eine Herausforderung sei, wieder mehr 25- bis 35-Jährige einzustellen, berichtete die Managerin. Deshalb wurde die Zahl der Ausbildungsplätze aktuell auf 20 verdoppelt sowie erstmals ein Trainee-Programm für Spezialkräfte aufgelegt (10 Teilnehmer).

An einem Programm für Führungsnachwuchs nehmen 20 Mitarbeiter teil. Fünf Prozent der Beschäftigten sind älter als 55 Jahre. Die Fluktuationsquote liegt den Angaben zufolge bei unter 4 Prozent.

Nach der Finanzkrise und Skandalen im Institut hat die Landesbank nach Einschätzung der Personalchefin wieder an Bekanntheit und Image gewonnen. Auf Stellenausschreibungen gebe es viele Bewerbungen, berichtete sie. Allerdings müsste jungen Bewerbern auch einiges zur „Work-Life-Balance“, der Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben, geboten werden. Derzeit nähmen 85 Väter Elternzeit wahr, durchschnittlich seien sie 2,2 Monate fort (Mütter 17,5 Monate). Rund ein Viertel der Mitarbeiter ist in Teilzeit beschäftigt, auch auf Führungsebene werde dieses Angebot wahrgenommen, ergänzte die Managerin. Die Landesbank ist mehrfach für ihre familienorientierten Arbeitsplätze und Gesundheitsangebote ausgezeichnet worden.

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