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Trotz Konkurrenz aus Asien : HSH Nordbank: Gutes Geschäft mit Schiffskrediten

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Asiatische Konzerne sind auf dem Vormarsch – aber auch die HSH Nordbank behauptet sich.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 14:58 Uhr

Hamburg | Licht am Horizont für die internationale Schifffahrt: Die HSH Nordbank erwartet für die kommenden 18 Monate einen moderaten Aufschwung im maritimen Sektor. „Die Marktlage ist zumindest in der Containerschifffahrt gut“, sagte HSH-Schifffahrtsexperte Christian Nieswandt am Dienstag in Hamburg. Von einer Wende hin zu längerfristigem Wachstum mochte er allerdings nicht sprechen. „Ich habe mir abgewöhnt, länger als 18 Monate vorauszuschauen.“ Grund sei die Gefahr neuerlicher Überkapazitäten. Nieswandt: „Die asiatischen Werften werben verstärkt Neubauaufträge ein, und diese Schiffe drängen dann in anderthalb Jahren auf den Markt.“ Nach den Gesetzmäßigkeiten der globalen Maritimwirtschaft lässt der wieder wachsende Laderaum die Frachtraten erneut sinken.

Die Schifffahrtsbranche leidet seit sieben Jahren unter einer Dauerkrise, ausgelöst vor allem durch ein Überangebot an Schiffsraum. In der Folge sind reihenweise Finanzierungen von Schiffseignern kollabiert und die Gewinne der Reedereien eingebrochen.

Laut einer am Dienstag vorgelegten HSH-Studie hat sich der Markt so weit stabilisiert, dass sich bei Führungskräften der Branche in Deutschland vorsichtiger Optimismus breitmacht. 57 Prozent der Befragten rechnen demnach für 2015 mit steigenden Umsätzen, 52 Prozent auch mit anziehenden Gewinnen. Nieswandt: „Das gilt vor allem dem Geschäft mit Containertransporten, in dem die deutschen Reedereien ihren Schwerpunkt haben.“ Allerdings enthalte die positiven Erwartung auch einiges an Hoffnung auf ein Ende der langen Durststrecke, so der HSH-Manager.

Die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein hat sich laut Nieswandt mit ihrem Shipping-Bereich sehr gut behauptet. Im vergangenen Jahr habe die Sparte neue Kredite über 1,4 Milliarden Euro vergeben, fast 50 Prozent mehr als 2013. „Und das zu attraktiven Margen.“ Gleichwohl hat das Geldinstitut im vergangenen Jahr Rang eins in der Liste der größten Schiffsfinanzierer an die norwegische DNB verloren. Insgesamt beträgt das Portfolio der HSH im Bereich Schifffahrt nun rund 14 Milliarden Euro. Nicht mitgerechnet ist das Paket fauler Kredite von sieben Milliarden Euro, die zur Abwicklung in die Abbaubank ausgelagert worden sind.

Den Erfolg im vergangenen Jahr erzielte die Landesbank trotz wachsender Konkurrenz asiatischer Banken im Feld der Schiffsfinanzierung. Die Finanzinstitute der Schiffbaunationen Korea, China und Japan übernehmen zunehmend Finanzierungen auch außerhalb Asiens, die den Werften ihrer Länder Aufträge bringen sollen. Die HSH ist laut Nieswandt in Singapur und Hongkong mit acht eigenen Kräften auf dem immer wichtiger werdenden Asien-Markt präsent. „Der Zugang zu asiatischem Kapital wird auch für viele europäische Reedereien immer wichtiger.“ Laut der Umfrage sehen 80 Prozent der Manager in der Schifffahrtsbranche asiatische Kapitalgeber auf dem Vormarsch.

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