Videoüberwachung in Hamburg : Hotspot: Hansaplatz bekommt 16 Kameras für die Sicherheit

Durch einen Mix aus Videoüberwachung, einem Glasflaschenverbot und erhöhter Polizeipräsenz soll der Platz sicherer gemacht werden./Archiv
Zwei „Bürgernahe Beamte“ der Polizei gehen den Hansaplatz in Hamburg. /Archiv

Nach der Reeperbahn ist der Platz im Stadtteil St. Georg der größte Kriminalitäts-Hotspot Hamburgs.

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09. März 2019, 13:00 Uhr

Hamburg | Lange haben Politik und Polizei in Hamburg gezögert, jetzt greifen sie durch: Der Hansaplatz in St. Georg wird ab Frühsommer mit Videokameras überwacht. „Der Platz ist der größte Kriminalitäts-Hotspot in Hamburg, nach der Reeperbahn“, begründete Morten Struve, Stabsleiter der Schutzpolizei, die Maßnahme bei einem Infoabend vor knapp 100 Anwohnern.

Zwischen Januar 2017 und November 2018 seien auf und um den Platz 3200 Verbrechen registriert worden, vor allem Körperverletzungen, Raube und Drogenhandel. Trinkgelage und Straßenprostituierte sorgen zusätzlich für Unbehagen. Struve: „Viele Menschen meiden den Platz deshalb.“

Lage am Hansaplatz spitzt sich wieder zu

Schon von 2007 bis 2009 hatte die Polizei dort Kameras installiert, diese aber dann als weitgehend wirkungslos wieder abgebaut. Nach einer vorübergehenden Beruhigung hat sich die Lage auf dem Hansaplatz in den vergangenen Jahren wieder zugespitzt. Seit 2014 hat sich die Zahl der Straftaten mehr als verdoppelt. „Trotz intensiver Polizeipräsenz“, betonte Struve. Und Innensenator Andy Grote (SPD) sagte:

Wir sind an einem Punkt, wo wir handeln müssen. Es kann nicht sein, dass sich Anwohner nicht mehr in ihre Häuser trauen. Andy Grote
 

Die Überwachung ist montags bis donnerstags zwischen 15 und 7 Uhr aktiv sowie freitags bis sonntags zwischen 9 und 7 Uhr. Bisher werden in der Hansestadt lediglich die Reeperbahn und der Jungfernstieg mit festen Kameras überwacht. Anders als dort ist der Hansaplatz eng mit Mehrfamilienhäusern umsäumt, weshalb etliche Bewohner von der Überwachung erfasst werden.

„Die Kameras dürfen allerdings nur den öffentlichen Raum filmen“, versicherte Grote. Alle Eingänge zu Häusern und Lokalen sowie Fenster würden schon bei der Aufnahme verpixelt, was sich auch nachträglich nicht aufheben lasse.

Livebilder werden von der Polizei ständig beobachtet

Ab Ende März werden die vier Masten mit zusammen 16 Kameras aufgebaut. Diese lassen sich schwenken und heranzoomen. Die Bilder in HD-Technik laufen live auf Monitoren im nahen Polizeikommissariat 11 am Steindamm auf. „Wir können also sofort reagieren, wenn wir etwas Verdächtiges beobachten“, sagte Struve.

Die Aufnahmen werden gespeichert und nach vier Wochen automatisch gelöscht, sofern sie nicht für weitere Ermittlungen gebraucht werden. Biometrische Gesichtserkennung werde es nicht geben, versprach der Innensenator. Die Kosten für den Aufbau der Technik bezifferte er auf 350.000 Euro.

Beim Bürgerabend äußerte sich die Mehrzahl der Anwesenden positiv zur Überwachung. Eine Anwohnerin berichtete, dass sie kürzlich von einem Wildpinkler bedroht worden sei. „Das will ich nicht noch mal erleben.“ Eine andere Bürgerin blieb skeptisch:

Die Kameras werden keine Überfälle verhindern, höchstens die Aufklärungsquote erhöhen. Anwohnerin am Hansplatz
 
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