Kühnes „kleine Elphi“ : Hotel „The Fontenay“ eröffnet: „Mainz 05 kommt hier nicht rein“

Der Außenpool mit Blick auf die Alster auf der sechsten Etage des Hotels.

Der Außenpool mit Blick auf die Alster auf der sechsten Etage des Hotels.

Das neue Hotel von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne an der Alster öffnet seine Pforten. Nicht jeder kann sich eine Übernachtung leisten.

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19. März 2018, 16:14 Uhr

Hamburg | Der Bau des Luxushotels „The Fontenay“ in Hamburg ist für den Logistik-Milliardär und Investor Klaus Michael Kühne wie die Errichtung einer „kleinen Elbphilharmonie“ gewesen. Mit Blick auf die jahrelangen Bauverzögerungen beim Konzerthaus, das im Januar 2017 eröffnet wurde, sagte Kühne am Montag bei der offiziellen Hotel-Eröffnung an der Außenalster: „Ganz so schlimm war es bei uns nicht. Aber wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht.“ Vieles sei aus dem Ruder gelaufen, es habe ein lange Leidenszeit gegeben, sagte Kühne. Grundsteinlegung war im August 2014, im Herbst 2017 hatten Wasserschäden eine frühere Eröffnung verhindert. „Aber das vergisst man, wenn es fertig ist“, sagte Kühne.

Ein Schlafzimmer in einer „Alster Suite“.
dpa

Ein Schlafzimmer in einer „Alster Suite“.

Hoteldirektor Thies Sponholz zeigte sich „positiv überrascht“ von der Buchungslage für das Hotel. Am vergangenen Wochenende seien täglich 50 Reservierungen eingegangen. Die Monate Mai und November seien schon sehr gut reserviert, ergänzte er. Rund 180 Mitarbeiter sollen sich um die Gäste kümmern, denen 113 Zimmer und 17 Suiten zur Verfügung stehen.

Preise ab 350 Euro aufwärts

Mit Zimmerpreisen von 350 Euro an aufwärts richtet sich das Hotel vor allem an in- und ausländische Geschäftsleute, an Künstler oder Prominente sowie an Medizintouristen aus dem Nahen Osten oder Russland. Sowohl HSV-Investor Kühne als auch sein Hoteldirektor wollen allerdings keine Mannschaftsbusse vor dem Hotel haben. „Allenfalls kann sich Bayern München so ein Hotel leisten, Mainz 05 kommt hier nicht rein“, sagte Kühne. Busse seien ein schlechtes Zeichen für Luxus-Ansprüche, ergänzte Sponholz.

Das Gourmetrestaurant „Lakeside“ mit Blick auf die Alster in der siebten Etage.
Christian Charisius/dpa

Das Gourmetrestaurant „Lakeside“ mit Blick auf die Alster in der siebten Etage.

Ein erster Gast zum Probewohnen war Unternehmer Kühne (80) selbst, der von nun an bei seinen Hamburg-Aufenthalten im Hotel übernachten will. „Wir nehmen das Zimmer, das gerade frei ist“, sagte Kühne. Er wurde am Montag von seiner Frau Christine begleitet, die sich um stilistische Akzente beim Interieur gekümmert hat. Das Ehepaar lebt in der Schweiz am Zürichsee, dort ist der Hauptsitz der Kühne-Logistikholding.

Das Hotel sei teurer geworden als geplant, räumte der Investor ein, ohne konkreter werden zu wollen. „Die Endabrechnung liegt noch nicht vor.“ Rund 100 Millionen Euro waren bislang als Investition genannt worden.

Das aus drei Kreisen geformte, kurvenreiche Gesamtgebäude des Architekten Jan Störmer sei sehr anspruchsvoll und komplex gewesen, ergänzte Kühne. So hat das Atrium eine Höhe von 27 Metern, in der eine Lichtskulptur schwebt. Der 20 Meter lange Innen- und Außenpool sei extra angefertigt und schwebend eingehängt worden, berichtete der Hoteldirektor. Teppiche wurden eigens in Hongkong passend zu den Hotelkorridoren mit ihren rundgeschwungenen Wänden angefertigt, damit es keinen Verschnitt gab. Auf Zimmerwände wurde in vier bis fünf Arbeitsgängen Marmorino-Putz aufgetragen.

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