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Hamburg : Hohe Haftstrafe für Marihuana-Dealer

vom
Aus der Onlineredaktion

Für knapp drei Jahre muss ein Mann ins Gefängnis - weil er mit rund 60 Kilogramm Marihuana handelte.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 15:23 Uhr

Hamburg | Wegen Handeltreibens mit rund 60 Kilogramm Marihuana hat das Hamburger Landgericht einen 30-Jährigen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. „Sie haben ein umfassendes Geständnis abgelegt“, hielt die Vorsitzende Richterin der Strafkammer, Karen Ehlers-Munz, dem Angeklagten bei der Urteilsverkündung am Freitag zugute.

Der Angeklagte hatte eingeräumt, am 21. Oktober vergangenen Jahres 52,5 Kilo Drogen in sein Haus in Hamburg-Bramfeld gebracht zu haben. Noch am selben Tag verkaufte er den Großteil der Menge. Die Polizei hatte den Deal beobachtet und den Angeklagten sowie sieben weitere Verdächtige in Hamburg und Lüneburg festgenommen. Der 30-Jährige gestand zudem, gut zwei Wochen zuvor 8,5 Kilogramm Marihuana verkauft zu haben.

Die Richterin hob hervor, das er vor Gericht auch die Namen von Mittätern nannte, allerdings keine, die die Ermittler nicht schon kannten. Marihuana sei eine sogenannte weiche Droge, erklärte sie, aber das Gesetz schütze nun einmal die Volksgesundheit. Ehlers-Munz fügte hinzu: „Diese Droge weist eine wesentlich geringere Gefährlichkeit als andere Drogen auf.“ Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als zweieinhalb Jahren gefordert und zeigte sich mit dem nur wenig höheren Urteil zufrieden. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte auf vier Jahre Gefängnis plädiert. Zusätzlich sollte der Angeklagte 10.000 Euro als Ausgleich für seine Gewinne aus Drogengeschäften zahlen.

Das lehnte die Kammer ab. Der Angeklagte habe bereits auf 11.000 Euro verzichtet, die die Ermittler in seinem Haus beschlagnahmten. Eine weitere Zahlungsverpflichtung würde der Resozialisierung im Wege stehen. Der 30-Jährige, Vater zweier Kinder, sei Ersttäter und wolle im offenen Vollzug eine Ausbildung im Autohandel machen. „Wir hoffen, dass es Ihnen gelingen möge, sich eine legale Lebensgrundlage zu schaffen“, sagte Ehlers-Munz. Das Gericht setzte den Haftbefehl außer Vollzug. Der Angeklagte hat bereits fünfeinhalb Monate in U-Haft gesessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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