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Paarungszeit beginnt : „Hochzeit ganz in Weiß“: Wenn Tiere sich lieben

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Füchse sind „blind“ vor Liebe, Feldhasen boxen und Wildschweine haben ihr eigenes Parfüm – trotz Winterkälte dominieren bei vielen Wildtieren schon die „Frühlingsgefühle“.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 07:35 Uhr

Hamburg | Der kalte Winter treibt uns Menschen in die warmen Wohnungen. Doch bei den Tieren draußen geht es trotz der Minusgrade rund: Viele heimische Wildtiere sind derzeit in „Hochzeitsstimmung“, sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Sie kommen aus ihren Bauten, um auf „Brautschau“ zu gehen.

„Wer jetzt aufmerksam ist, kann unsere heimischen Wildtiere bei der Paarung beobachten.“ Der Nachwuchs bei Wildschwein, Fuchs, Biber, Fischotter und Eichhörnchen kommt meist erst dann auf die Welt, wenn es wieder wärmer wird. Doch jetzt im Januar und Februar wird erstmal „geheiratet“.

Die Brautschau draußen in der Wildnis ist oft eine ziemlich raue Sache, da es bei vielen Tierarten zu Kämpfen zwischen den liebestollen Männern kommt. Die können durchaus blutig sein, wie bei den Wildschweinen. So attackieren sich die Keiler im Kampf um eine paarungsbereite Bache mit ihren gewaltigen Eckzähnen, die tiefe Fleischwunden verursachen können. Eine Verdickung der Schwarte im Schulterbereich – das sogenannte Schild – schützt die Keiler jedoch vor schweren Verletzungen, erklärt Kinser.

„Das urige Paarungsritual der Wildschweine wird von lautem Grunzen begleitet, das manchmal auch am Tag in den Wäldern zu hören ist.“ Doch zu einer richtigen Wildschwein-Hochzeit gehört nicht nur Krach, sondern auch ein ganz spezieller Geruch. Die Keiler schlagen nämlich ihre Eckzähne so lange aufeinander, bis ein weißer, für die menschliche Nase stinkender Schaum entsteht, den sie an Bäumen und Sträuchern abstreifen.

Auch bei Füchsen spielt der Duft in der Paarungszeit eine große Rolle: Wenn Herr Fuchs in diesen Tagen auf Freiersfüßen marschiert, hat sich Frau Fuchs entsprechend parfümiert, um seine Hormone in Wallung zu bringen, berichtet Kinser. „Für menschliche Nasen stinkt es während der Ranz unangenehm nach Ammoniak.“ Meist werben mehrere Fuchsrüden gleichzeitig um eine Fähe, erläutert der Wildtier-Experte. Mit etwas Glück kann man derzeit ihr Liebeslied im Wald zu hören. „Ihr “kauw, kaw, kaw„ hört sich an wie das heisere Bellen eines Hundes“, erzählt Kinser. Während der Paarungszeit zeigen Füchse kaum Scheu vor Menschen, denn die „Liebe“ macht sie blind. So können Füchse derzeit auch tagsüber in Dörfern und Städten auftauchen.

Iltis, Wiesel, Biber und Fischotter sind derzeit ebenfalls auf der Suche nach einem geeigneten Partner. Selbst die Feldhasen laufen sich schon für die Haupt-Rammelzeit im April warm. „Die ersten Boxkämpfe unter besonders hitzigen Hasen sind auf dem Acker trotz der niedrigen Temperaturen schon zu beobachten“, sagt Kinser.

Nur hoch oben am Himmel herrscht noch Stille, denn die Vögel kommen erst in Paarungsstimmung, wenn die Tage länger werden. Eine der wenigen Ausnahmen bildet der Seeadler, der größte einheimische Greifvogel. Der junge Seeadler schwingt sich schon im Januar in die Lüfte, um eine Partnerin fürs Leben zu finden. Die alten Seeadlerpaare halten nach Angaben der Projektgruppe Seeadlerschutz das ganze Jahr über in Dauerehe zusammen.

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