Nach elf Jahren Restaurierung : Historischer Stückgutfrachter „MS Bleichen“ wieder in Fahrt

Das Museumsschiff „Bleichen“ im Hamburger Hafen.

Das Museumsschiff „Bleichen“ im Hamburger Hafen.

Das Schiff wurde auf der Werft Nobiskrug in Rendsburg gebaut. Die ersten Fahrten auf dem Museumsschiff sind ausgebucht.

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20. März 2018, 15:35 Uhr

Hamburg | Der 60 Jahre alte Stückgutfrachter „MS Bleichen“ geht nach elf Jahren Restaurierung wieder auf Fahrt. Seit vergangener Woche habe die „MS Bleichen“ wieder die volle Klassifikation des DNV-GL (internationale Schiffsklassifikationsgesellschaft) und die Zulassung durch die Berufsgenossenschaft Verkehr, teilte die Stiftung Hamburg Maritim am Dienstag mit. Die Stiftung kümmert sich um den Erhalt des maritimen Erbes der Hansestadt und macht es der Öffentlichkeit zugänglich. Die ersten beiden Fahrten mit der alten Lady im März seien bereits ausgebucht, jeweils eine weitere im April und Mai seien geplant.

Die „MS Bleichen“ auf der Werft Nobiskrug.
Nobiskrug Rendsburg
Die „MS Bleichen“ auf der Werft Nobiskrug.
 

Die „MS Bleichen“ wurde 1958 auf der Nobiskrug-Werft in Rendsburg unter der Baunummer 607 für die Reederei Gehrkens gebaut. Das Schiff wurde mit einer hohen Eisklasse gebaut, denn die Reederei setzte ihre Schiffe im Skandinavienhandel ein. So konnte die „Bleichen“ die Ostsee ganzjährig befahren. Das 93,40 Meter lange und 12,30 Meter breite Schiff verkehrte später auch in anderen Fahrtgebieten im Mittelmeer und vor Westafrika. Angetrieben wird das Schiff von einem Dieselmotor mit 1800 PS Leistung. Das Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von 12 Knoten (22 km/h).

Im Laufe der Zeit wurde der Frachter verkauft und umbenannt (1979-1994: „Arcipel“, 1994-2007: „Old Lady“) . Durch glückliche Umstände blieb die Technik über die Jahrzehnte weitgehend erhalten und das Schiff wurde nicht verschrottet. 2006 kaufte die Stiftung Hamburg Maritim die „MS Bleichen“ für 450.000 Euro, im Januar 2007 kam der Frachter zurück nach Hamburg und wurde im April auf seinen ursprünglichen Namen zurückgetauft.

Die „Bleichen“ während der Restaurierung im Trockendock.
Stiftung Hamburg Maritim/Ursula Wöst
Die „Bleichen“ während der Restaurierung im Trockendock.
 

Hinter der Restaurierung des Museumsschiffs stehen drei Millionen Euro Fördermittel vom Kulturbeauftragten der Bundesregierung sowie zahllose Geld- und Sachspenden von Sponsoren und tausende von ehrenamtlichen Arbeitsstunden von Enthusiasten. Ähnliche Schiffe aus dieser Zeit vor der Containerschifffahrt existieren weltweit kaum noch.

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