Kritik an Paketdiensten : Hermes will seine 400 Subunternehmer stärker kontrollieren

Die Aufenthaltsberechtigungen von Mitarbeitern aus dem EU-Ausland will Hermes künftig besser prüfen.

Die Aufenthaltsberechtigungen von Mitarbeitern aus dem EU-Ausland will Hermes künftig besser prüfen.

Ein entsprechendes Programm soll unter anderem die Sozialstandards bei Subunternehmen beobachten.

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15. Dezember 2017, 15:51 Uhr

Hamburg | Der Paketdienst Hermes hat angekündigt, seine 400 Subunternehmer stärker zu kontrollieren. Ein bis Herbst 2018 angelegtes Programm prüfe laufend die Aufenthaltsberechtigungen von Mitarbeitern aus dem EU-Ausland, teilte das Hamburger Unternehmen am Freitag mit.

Gegen einige Hermes-Servicepartner laufen Ermittlungen. Sie sollen Ausländer eingeschleust, Pässe gefälscht und gegen das Mindestlohngesetz verstoßen haben. Die Zusammenarbeit mit auffällig gewordenen Partnern wurde Hermes zufolge beendet.

Der neue Maßnahmenkatalog sehe weiter vor, nur mit Subunternehmen zu arbeiten, die ihren Sitz in Deutschland haben. Weiter sollten jährliche Kontrollen hinsichtlich der Sozialstandards bei den Vertragspartnern verschärft werden.

Hermes steht ebenso wie andere Paketdienste wegen der schlechten Bezahlung von Paketfahrern in der Kritik. 2016 waren Hermes-Boten in Schleswig erstmals in die Schlagzeilen geraten. Bei einer umfangreichen Polizeikontrolle hatten Beamte etliche technische Mängel an Fahrzeugen festgestellt. Außerdem kam ans Licht, dass die Kuriere, überwiegend Rumänen, zwar in Fahrzeugen mit Hermes-Schriftzug unterwegs waren, aber auf eigenes Risiko arbeiteten – schlecht bezahlt und gefangen in einem schwer durchschaubaren Geflecht aus Sub-Sub-Unternehmen.

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