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Hamburg-Langenhorn : Helmut Schmidt: Besuch des Wohnhauses per Losverfahren

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Das Doppelhaus in Hamburg steckt voller Geschichte. Die Schmidt-Stiftung will sie der Öffentlichkeit nicht vorenthalten.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 14:15 Uhr

Hamburg | Das Wohnhaus von Altkanzler Helmut Schmidt in Hamburg-Langenhorn soll zumindest teilweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im kommenden Jahr soll es soweit sein. Allerdings wird ein so großer Andrang befürchtet, dass ausgelost werden soll, wer das geschichtsträchtige Wohnhaus besichtigen kann. Kleine Besuchergruppen sollen sich für diese Auslosungen anmelden können. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Große Menschenmengen seien in der Wohnstraße und dem verwinkelten Haus voller Kleinode nicht möglich. Zudem sei es Schmidts ausdrücklicher Wunsch gewesen, den Charme und Privatcharakter der Doppelhaushälfte zu bewahren.

Altkanzler Schmidt war vor sechs Monaten im Alter von 96 Jahren gestorben. Helmut und Loki Schmidt hatten ihre Stiftung bereits 1992 gegründet.

Einblicke soll es allerdings auch von außen geben. Ab diesem Sommer soll es eine Website geben, die einen virtuellen Rundgang ermöglicht. Die Fotos werden auch Details aus der guten Stube, der Klavierecke, Sitzgruppe, „Kneipe“, Ess- und Arbeitszimmer zeigen. Einen ersten Eindruck, wie das aussehen wird, gibt das Abendblatt bereits. Auch Manuskripte, Reden und andere Dokumente aus Schmidts Arbeitszimmer sollen digitalisiert werden.

Die Helmut und Loki Schmidt Stiftung werde als Eigentümerin des Gebäudes ein entsprechendes Konzept entwickeln, teilte der stellvertretende Stiftungsvorsitzende und Rechtsanwalt Olaf Schulz-Gardyan am Mittwoch schon im November mit.

Der Förderzweck der Stiftung ist unter anderem der Erhalt und die Sicherung des Wohnhauses im Norden der Stadt, der Bibliothek und solcher Gegenstände und Archivalien, „die mit dem öffentlichen Wirken von H.und L. Schmidt (...) in Verbindung stehen“.

Eine Polizeieskorte wartet neben dem mit Kerzen und Blumen geschmückten Zaun am Haus des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers auf die Abfahrt des Leichenwagens.
Eine Polizeieskorte wartete im November neben dem mit Kerzen und Blumen geschmückten Zaun am Haus des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers auf die Abfahrt des Leichenwagens. Foto: dpa
 

Der SPD-Politiker lebte mit seiner 2010 im Alter von 91 Jahren gestorbenen Frau Loki Jahrzehnte in dem Haus. Das rot geklinkerte Doppelhaus im Neubergerweg 80 gilt als sehr bedeutsam, empfing Schmidt dort doch unter anderem 1978 als Kanzler den damaligen KPdSU-Chef Leonid Breschnew. Oft zu Gast beim Ehepaar Schmidt waren auch der frühere französische Staatspräsident Valérie Giscard d'Estaing und Ex-US-Außenminister Henry Kissinger.

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