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Hamburger Flughafen : Heißt Fuhlsbüttel bald „Helmut-Schmidt-Flughafen“?

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Zu Ehren des verstorbenen Helmut Schmidt sollte der Flughafen seinen Namen tragen – das fordern immer mehr Hamburger.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 19:49 Uhr

Hamburg | Auch wenn sich die Offiziellen am Tag nach dem Tod Helmut Schmidts noch zurückhielten: Eine Umbenennung des Hamburger Flughafens zu Ehren des Altkanzlers liegt im Bereich des Wahrscheinlichen. Im Rathaus und in der Bevölkerung mehrten sich im Laufe des Tages die Stimmen, den Airport Fuhlsbüttel in „Helmut-Schmidt-Flughafen“ umzutaufen.

Die FDP-Fraktionschefin Katja Suding sagte: „Ich finde die Idee sehr gut.“ Zuvor war der örtliche SPD-Nachwuchs vorgeprescht. „Jusos fordern Helmut Schmidt Airport Hamburg“, hieß es in einer Pressemitteilung am Morgen. Juso-Vizechef Martin Heßelbarth: „Mit dieser Würdigung der Verdienste Helmut Schmidts auch auf dem internationalen Parkett wäre sein Name für zukünftige Generationen untrennbar mit seiner Heimatstadt Hamburg verbunden.“ Mit einem Helmut-Schmidt-Airport würde sich Hamburg einreihen in die Familie international bedeutender Flughafenstandorte, wie der John-F.-Kennedy-Airport in New York und der Pariser Charles-de-Gaulle.

Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) hatte bereits vor fünf Wochen getwittert: „Warum muss man eigentlich in München auf dem Franz-Josef-Strauss-Flughafen landen und kann in HH nicht vom Helmut-Schmidt-Flughafen starten?“

Von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) gab es zu dem Thema am Mittwoch keinen Kommentar. Der Senatschef befindet sich mit einer Wirtschaftsdelegation in China.

Flughafensprecherin Stefanie Harder nannte eine Umbenennung des fünftgrößten Airports in Deutschland eine „sehr charmante Idee“. Allerdings müssten dies die Gesellschafter entscheiden; der Flughafen gehört zu 51 Prozent der Stadt und zu 49 Prozent dem Investor Avi-Alliance. Flughafenchef Michael Eggenschwiler war es, der die Diskussion schon zwei Stunden nach Schmidts Tod am Dienstag angestoßen hatte. In einer Erklärung nannte der Schweizer den verstorbenen Langenhorner einen Nachbarn des Flughafens und erinnerte daran, dass der Altkanzler über viele Jahre Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats war. „Wie kein zweiter Hamburger hat Helmut Schmidt den Flughafen seiner Heimatstadt in den vergangenen knapp 65 Jahren geprägt. Als Leiter des Amtes für Verkehr in der Wirtschaftsbehörde stellte er bereits 1952 die politischen Weichen für die Ansiedelung der Lufthansa Technik am Hamburg Airport.“ Schmidt habe früh das Wachstumspotenzial der Luftfahrt erkannt.

Im Internet äußerten sich etliche Hamburger zustimmend zu einem Schmidt-Airport. Auf Facebook schrieb etwa Marcus von Prondzinski: „Bei niemanden würde ich in Hamburg lieber in den Himmel steigen!“ Und Tim Meins meinte: „Man sollte den Airport zum Gedenken an ihn in Helmut Schmidt International Airport umbenennen, das wäre eine tolle Geste.“

Für die Benennung von Straßen und Plätzen nach Verstorbenen gilt in der Hansestadt üblicherweise eine Karenzzeit von zwei Jahren. Wegen der ganz außerordentlichen Popularität und politischen Bedeutung Helmut Schmidts gilt es aber als wahrscheinlich, dass Senat und Bürgerschaft in diesem Fall eine Ausnahme machen. In Hamburg gibt es bereits zwei Helmut-Schmidt-Schulen, eine Helmut-Schmidt-Universität sowie eine Helmut-Schmidt-Straße auf dem Airbus-Werksgelände.

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