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StreetScooter bei der Post : Heftige Kritik: DHL-Zusteller haben Angst um ihre Sicherheit

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Die Motorhaube springt auf, der Motor geht aus und im Winter ist es viel zu kalt - die Liste der Kritikpunkte ist lang.

Hamburg | Hamburg ist eine der ersten Städte, in der die Post die elektronischen StreetScooter vor ungefähr acht Monaten eingeführt hat. Sie sollen effizienter und umweltfreundlicher sein. Doch jetzt äußern Zusteller heftige Kritik an den Elektroautos. Das berichtete die ZDF-Sendung „Wiso“ am vergangenen Montag.

Im eigenen Werk in Aachen stellt die DHL-Tochterfirma StreetScooter GmbH bis zu 15.000 Elektro-Fahrzeuge pro Jahr her. Mittelfristig gesehen sollen alle 50.000 Paketautos der Post gegen umweltfreundliche E-Wagen ausgewechselt werden. Auch der Diesel-Skandal führte zu dem großen Erfolg der Scooter.

In dem Wiso-Beitrag wollten die Redakteure der Frage auf die Spur gehen, wie sicher und praxistauglich die Elektroautos aus der posteigenen Produktion sind. Die Redaktion erreichten im Vorfeld immer wieder Klagen der Zusteller, der StreetScooter sei noch nicht ausgereift. In einem Brief an die Wiso-Redaktion machte ein Mitarbeiter seinen Unmut Luft.

Demnach seien die Zusteller durch den E-Scooter am Ende ihrer Nerven: „Er geht mehrmals am Tag einfach aus, das führt zu brenzligen Situationen. (...) Wir sind die Versuchskaninchen, und ich fürchte um mein Leben, weil dieses Auto nicht straßentauglich ist.“

Laut einem weiteren Fahrer, der gegenüber dem Fernsehteam anonym bleiben wollte, weisen die Fahrzeug vor allem im Winter Schwächen auf und ständig soll die Motorhaube mitten in der Fahrt aufgesprungen sein. Außerdem sei das Ziel die Lieferung effizienter zu machen verfehlt worden.

Die E-Autos sind zwar kleiner und kommen besser durch enge Straßen, haben aber auch keine große Ladekapazität. Da außerdem die Anzahl der auszuliefernden Pakete stetig steigt, schaffen die Zusteller viel weniger als früher. Der Fahrer sagt gegenüber Wiso: „Früher reichte mein großer Iveco für eine Tour. Jetzt müssen wir mehrmals zurück zum nachladen. Das kostet viel Zeit.“

Das sagt der DHL zu der Kritik

Gegenüber der Hamburger Morgenpost sagte DHL-Sprecher Martin Grundler, dass er die Kritik „nicht nachvollziehen“ kann und wies den Vorwurf, die Elektrofahrzeug seien nicht straßentauglich mit aller Deutlichkeit zurück. Laut Grundler decke sich die Kritik im TV-Beitrag nicht mit den Rückmeldungen des täglichen Betriebes der bundesweit 3.000 StreetScooter. Diese seien auch im Winter „ohne nennenswerte Störungen“ im Einsatz gewesen.

Auch in dem ZDF-Beitrag äußerte sich Prof. Achim Kampker von der StreetScooter GmbH zur Kritik und wies den Vorwurf, die Zusteller als Versuchskaninchen zu benutzen entschieden zurück. „Es ist nicht gefährlich. Es ist immer sicher.“ Stattdessen sollten die Kritikpunkte als positives Zeichen gewertet werden, dass die Autos mit Hilfe der Rückmeldungen immer weiter verbessert werden.

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erstellt am 09.Aug.2017 | 14:00 Uhr

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