Landgericht Hamburg : Haushaltshilfe ausgebeutet - Ehepaar verurteilt

Das Gericht sah als erwiesen an, dass das angeklagte Paar gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen und Sozialabgaben nicht abgeführt hatte.
Das Gericht sah als erwiesen an, dass das angeklagte Paar gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen und Sozialabgaben nicht abgeführt hatte.

Sie hatte keinen Urlaubsanspruch, musste vierzig Stunden pro Woche arbeiten und erhielt dafür 119,45 Euro: Das Landgericht Hamburg verurteilte die Angeklagten wegen Ausbeutung ihrer Haushaltshilfe zu einem Bußgeld.

shz.de von
22. November 2013, 10:09 Uhr

Hamburg | Im Prozess um eine junge Ecuadorianerin, die von einem Ehepaar im Hamburger Stadtteil Volksdorf als Haushaltshilfe ausgenutzt worden sein soll, sind die Angeklagten vom Amtsgericht Hamburg zu einem Bußgeld verurteilt worden. Der ursprüngliche Vorwurf des ausbeuterischen Menschenhandels bestätigte sich jedoch nicht, sagte eine Gerichtssprecherin am Freitag. Jedoch sah es das Gericht als erwiesen an, dass das Paar gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen und Sozialabgaben nicht abgeführt hatte. Beide müssen nun ein Bußgeld von jeweils 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Laut Anklage soll das Paar einer junge Ecuadorianerin versprochen haben, sie zwei Jahre lang für 800 Dollar im Monat im Hamburger Stadtteil Volksdorf als Haushaltshilfe zu beschäftigen. Doch statt des versprochenen Gehalts erhielt die Frau bis zu ihrem heimlichen Auszug 2009 laut Staatsanwaltschaft lediglich 119,45 Euro. Zudem hatte die heute 22-Jährige nach Angaben der Staatsanwaltschaft keinen Urlaubsanspruch und musste mindestens 40 Stunden pro Woche an allen Wochentagen arbeiten. „Das ist ein sehr ungewöhnlicher Fall“, sagte die Vorsitzende Richterin zu Beginn der Verhandlung.

Die junge Ecuadorianerin hat mittlerweile eine für die Dauer des Prozesses befristete Aufenthaltserlaubnis und arbeitet als Haushaltshilfe und Kindermädchen im Hamburger Stadtteil Winterhude.

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