Erschossener Gastschüler Diren : Hauptverfahren beginnt im Januar in Montana

Wie es genau zu den Todesschüssen auf den 17-jährigen Hamburger im US-Staat Montana kam, liegt nach wie vor im Dunkeln. Der Prozess soll im Januar beginnen. Der Andrang dürfte groß sein.

shz.de von
25. Juni 2014, 20:26 Uhr

Missoula | Das Hauptverfahren gegen den Todesschützen des Hamburger Gastschülers Diren soll am 5. Januar in Missoula im US-Bundesstaat Montana beginnen. Dies entschied das Gericht bei einer Anhörung am Mittwoch. Falls bereits im Dezember ein großer Verhandlungsraum frei sein sollte, könne der Prozess auch vorher anlaufen, berichteten die TV-Sender ABC und Fox.

Nach wie vor sind die genauen Umstände unklar, wie es Ende April zu den tödlichen Schüssen auf den 17 Jahre alten Teenager aus Hamburg-Altona kam. Es heißt, Diren soll auf der Suche nach Alkohol gewesen sein. Der 29-jährige Angeklagte plädiert auf Notwehr; in seine Garage sei bereits zuvor mehrfach eingebrochen worden. Zugleich wies der Richter den Anwalt des Angeklagten an, von seinen Plänen abzurücken, dass WM-Fußballspiel USA-Deutschland an diesem Donnerstag auf einer Mega-Leinwand zu übertragen. Dies sei keine Zeit für eine „Public-Relation-Kampagne“, mahnte der Richter nach Angaben der Sender.

Wie lange der Prozess dauern wird, war zunächst unklar - doch er dürfte einige Zeit beanspruchen. So hat die Verteidigung bereits deutlich gemacht, dass sie 68 Menschen in den Zeugenstand rufen wolle.Der Angeklagte kann sich auf eine besondere Regelung in Montana berufen, wonach es erlaubt ist, sich mit Waffengewalt zu verteidigen.

Das Gesetz „Castle Doctrine“ rechtfertigt den Einsatz tödlicher Gewalt gegen Eindringlinge in Haus und Garten - der Schütze muss sich aber ernsthaft bedroht fühlen.

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